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CHRONIK ANNO GLADII

(Chronik der Stahlzeit)

 

„Ich bin Kalyr, erster Chronos der Erde, und ich möchte euch von einer Zeit erzählen, in der die Menschen zu Herren ihres eigenen Schicksals wurden – denn ich war dabei. Die Ätherzeit war vorüber, der Aetherraum von der Erde abgeschirmt und die Magie in Vergessenheit geraten. Von nun an prägten allein die Menschen den Lauf ihrer Welt. Sie gründeten Dörfer und Städte, errichteten Königreiche und Imperien, schufen Gesetze, Religionen und Kulturen. Sie bestellten das Land, überquerten Meere, erschlossen unbekannte Gebiete und blickten schließlich über die Grenzen ihrer Erde hinaus. Die Menschheit schuf Großes und richtete Entsetzliches an. Sie kannte Fortschritt und Rückschritt, Freiheit und Unterdrückung, Frieden und Vernichtung. Ihre größten Feinde waren keine Dämonen oder fremden Mächte, sondern Gier, Hass, Angst und der unstillbare Hunger nach Macht. Diese Ära nennen wir Chronos Anno Gladii, die Stahlzeit. Ich will euch nun von den Menschen erzählen, die ihre Welt mit Verstand, Glauben, Feuer und Stahl formten.“

 

RÜCKBLICK ANNO MAGICAE

Am Ende des letzten großen Dras-Krieges der Ätherzeit stellen sich die Völker und Mächte Mythandrias gemeinsam den Heerscharen der Dras’Shar entgegen. Dabei tritt der Plan des Dras-Königs, die gesamte Welt den Mächten der Nagoch auszuliefern, immer deutlicher zutage. Die Arkanen Krieger versuchen, die Pläne der Dras’Shar endgültig zu vereiteln, und bereiten gemeinsam mit dem Volk der Traumlinge ein gewaltiges kosmisches Konglomerat vor. Der von Themokh’Thar korrumpierte Chronos Thrar’Modas versucht, das Ritual zu verhindern.

 

Doch Kalyr, ebenfalls ein Chronos und Beobachter der Erde, stellt sich ihm entgegen und vereitelt seine Sabotage. Den Traumlingen gelingt es, das Ritual zu vollenden und den Aetherraum von der Erde abzuschirmen. Die Ströme der Magie versiegen, die großen Portale werden geschlossen und die Verbindungen zu fremden Welten und Sphären zerbrechen. Mythandria und die magischen Völker verschwinden aus der Welt der Menschen und geraten im Laufe der Jahrtausende in Vergessenheit. Nur sehr wenige übernatürliche Geschöpfe überdauern die Stahlzeit Anno Gladii. Ein kleiner, magischer Funke Hoffnung, der jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschicke der Menschen hat. Was einst Wirklichkeit war, lebt nur noch in Mythen, Sagen und Legenden fort. Damit endet die Ätherzeit. Die Menschheit tritt in ein neues Zeitalter ein, in dem sie ihre Geschichte ohne Magie und ohne das Wirken fremder Mächte selbst bestimmen muss.

 

DIE ANTIKE

Die Antike ist die Zeit der ersten Hochkulturen, mächtigen Stadtstaaten und großen Reiche. Schrift, Gesetzgebung, Handel und Wissenschaft verändern das Leben der Menschen. Zugleich prägen Eroberungen, Sklaverei und der Kampf um Macht den Aufstieg und Untergang ganzer Völker.

 

um 3500 v. u. Z. – Mesopotamien: In den fruchtbaren Ebenen zwischen Euphrat und Tigris entstehen die ersten großen Städte. Die Sumerer entwickeln eine frühe Schrift und schaffen die Grundlagen staatlicher Verwaltung.

um 3100 v. u. Z. – Ägypten: Ober- und Unterägypten werden unter einem Herrscher vereint. Damit beginnt die Geschichte des ägyptischen Reiches und seiner Pharaonen.

um 2600 v. u. Z. – Ägypten, Gizeh: Die großen Pyramiden werden als Grabstätten der Pharaonen errichtet.

um 1750 v. u. Z. – Babylonien: König Hammurapi lässt eine umfangreiche Sammlung von Gesetzen aufzeichnen.

um 1600 v. u. Z. – China: Unter der Shang-Dynastie entstehen befestigte Städte, eine entwickelte Bronzekultur und die frühesten bekannten chinesischen Schriftzeugnisse.

um 1200 v. u. Z. – Östlicher Mittelmeerraum: Mehrere Reiche und Städte der Bronzezeit brechen zusammen. Wanderungen, Kriege und Hungersnöte verändern die politische Ordnung des Mittelmeerraums.

um 1000 v. u. Z. – Levante: Das Königreich Israel entsteht. Jerusalem entwickelt sich zu seinem politischen und religiösen Zentrum.

um 800 v. u. Z. bis 100 u. Z. – Europa: Keltische Stämme breiten sich über weite Teile West- und Mitteleuropas aus. Sie leben in Stammesverbänden, errichten befestigte Siedlungen und sind für ihre Handwerker, Händler und Krieger bekannt. Stammesfehden, Wanderungen und der Widerstand gegen Rom prägen ihre Geschichte.

753 v. u. Z. – Italien, Rom: Nach späterer Überlieferung wird die Stadt Rom gegründet.

um 700 bis 371 v. u. Z. – Griechenland, Sparta: Der Stadtstaat Sparta entwickelt eine streng militärisch geprägte Gesellschaft. Seine Bürger werden von Jugend an zu schwer bewaffneten Kriegern ausgebildet, während die unterworfenen Heloten das Land bewirtschaften. Disziplin, Gehorsam und die Treue zur Gemeinschaft bestimmen das Leben der Spartaner.

um 600 v. u. Z. – Indien: Neue religiöse und philosophische Lehren entstehen. Aus ihnen entwickeln sich unter anderem Buddhismus und Jainismus.

509 v. u. Z. bis 27 v. u. Z. – Rom und Mittelmeerraum: Aus einem kleinen Stadtstaat entsteht die Römische Republik. Ihre Legionen erobern Italien, besiegen Karthago und bringen schließlich große Teile des Mittelmeerraumes unter römische Herrschaft.

508 v. u. Z. – Griechenland, Athen: Politische Reformen legen die Grundlagen der attischen Demokratie.

490 bis 479 v. u. Z. – Griechenland: Griechische Stadtstaaten wehren mehrere Invasionen des Perserreiches ab.

480 v. u. Z. – Griechenland, Thermopylen: König Leonidas stellt sich mit einer kleinen griechischen Streitmacht dem persischen Heer entgegen. Der aussichtslose Kampf wird später zum Sinnbild für Opferbereitschaft und militärische Pflichterfüllung.

431 bis 404 v. u. Z. – Griechenland: Athen und Sparta kämpfen im Peloponnesischen Krieg um die Vorherrschaft. Athen unterliegt und verliert seine führende Stellung.

334 bis 323 v. u. Z. – Europa, Ägypten und Asien: Alexander von Makedonien erobert das Perserreich und dringt bis nach Indien vor. Nach seinem Tod zerfällt sein Reich in mehrere Herrschaftsgebiete.

221 v. u. Z. – China: Qin Shihuangdi vereint die chinesischen Reiche und wird der erste Kaiser Chinas.

264 bis 146 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Rom besiegt Karthago in den Punischen Kriegen und steigt zur beherrschenden Macht des westlichen Mittelmeeres auf.

264 v. u. Z. bis 404 u. Z. – Römisches Reich: In den Arenen Roms und seiner Provinzen kämpfen Gladiatoren zur Unterhaltung der Bevölkerung. Viele sind Sklaven, Kriegsgefangene oder Verurteilte, andere treten freiwillig auf der Suche nach Ruhm und Reichtum an. Hinter den Kämpfen stehen Gladiatorenschulen, einflussreiche Veranstalter und ein gewaltiges Geschäft.

73 bis 71 v. u. Z. – Italien: Der Gladiator Spartacus führt einen großen Sklavenaufstand gegen Rom an. Zehntausende schließen sich ihm an, bevor römische Legionen die Erhebung niederschlagen.

58 bis 50 v. u. Z. – Gallien: Römische Legionen unter Gaius Julius Caesar unterwerfen zahlreiche keltische Stämme. Unter der Führung des Vercingetorix erheben sich die Gallier zu einem letzten großen Widerstand, werden jedoch bei Alesia besiegt.

44 v. u. Z. – Rom: Gaius Julius Caesar wird von einer Gruppe Senatoren ermordet. Es folgen weitere Bürgerkriege.

27 v. u. Z. – Rom: Octavian erhält den Ehrentitel Augustus. Die Römische Republik geht endgültig in die Kaiserzeit über.

27 v. u. Z. bis 476 – Römisches Reich: Kaiser, Statthalter und Legionen beherrschen ein Reich, das sich von Britannien bis Ägypten und von Hispanien bis in den Nahen Osten erstreckt. Straßen, Städte und Grenzfestungen verbinden seine Provinzen, während Aufstände, Bürgerkriege und Machtkämpfe das Reich immer wieder erschüttern.

1. Jahrhundert u. Z. – Römisches Reich: Im östlichen Teil des Reiches entsteht das Christentum. Seine Anhänger verbreiten die neue Religion trotz wiederholter Verfolgungen.

70 u. Z. – Judäa, Jerusalem: Römische Truppen erobern Jerusalem und zerstören den Zweiten Tempel.

220 u. Z. – China: Die Han-Dynastie zerfällt. Eine lange Zeit politischer Teilung und kriegerischer Auseinandersetzungen beginnt.

313 u. Z. – Römisches Reich: Kaiser Konstantin gestattet die freie Ausübung des christlichen Glaubens.

330 u. Z. – Römisches Reich: Konstantinopel wird zur neuen kaiserlichen Residenz und zu einem der bedeutendsten Zentren der damaligen Welt.

395 u. Z. – Römisches Reich: Das Reich wird dauerhaft in einen westlichen und einen östlichen Herrschaftsbereich geteilt.

476 u. Z. – Italien, Ravenna: Der letzte weströmische Kaiser wird abgesetzt. Das Weströmische Reich endet, während das Oströmische Reich fortbesteht.

 

DAS FRÜHE MITTELALTER

Nach dem Ende des Weströmischen Reiches entstehen in Europa neue Königreiche. Alte Handelswege zerfallen, während das Christentum, der Islam und neue Herrscherdynastien weite Teile der bekannten Welt prägen.

527 bis 565 – Oströmisches Reich: Kaiser Justinian versucht, verlorene Gebiete des Römischen Reiches zurückzuerobern. Unter seiner Herrschaft wird das römische Recht umfassend gesammelt und geordnet.

568 – Italien: Die Langobarden dringen nach Italien vor und errichten dort mehrere Herzogtümer.

um 600 – Mittelamerika: Die Kultur der Maya erreicht ihre Blütezeit. Mächtige Stadtstaaten errichten Tempel, entwickeln Kalender und führen gegeneinander Krieg.

622 – Arabische Halbinsel: Mohammed verlässt Mekka und zieht nach Medina. Dieses Ereignis bildet den Ausgangspunkt der islamischen Zeitrechnung.

632 bis 750 – Naher Osten, Nordafrika und Europa: Islamische Heere erobern große Teile des ehemaligen Römischen und Persischen Reiches. Ein neues Weltreich entsteht.

711 – Iberische Halbinsel: Muslimische Truppen setzen von Nordafrika nach Europa über und erobern innerhalb weniger Jahre den größten Teil der Iberischen Halbinsel.

732 – Frankenreich, Tours und Poitiers: Ein fränkisches Heer unter Karl Martell besiegt eine muslimische Streitmacht.

800 – Rom: Papst Leo III. krönt Karl den Großen zum Kaiser.

843 – Frankenreich: Der Vertrag von Verdun teilt das Reich der Karolinger unter den Enkeln Karls des Großen auf.

793 bis 1066 – Europa und Nordatlantik: Skandinavische Seefahrer (Wikinger), Händler und Krieger unternehmen mit ihren Langschiffen weite Reisen. Sie überfallen Klöster und Städte, handeln entlang großer Flüsse und gründen Siedlungen von England und der Normandie bis nach Island, Grönland und Osteuropa.

um 950 bis 1580 – Japan: Bewaffnete buddhistische Mönche verteidigen die Interessen mächtiger Tempel und Klöster. Sie führen Fehden, blockieren Straßen und greifen in die Machtkämpfe des Kaiserhofes und der Kriegerfamilien ein.

um 900 bis 1500 – Europa: Aus schwer bewaffneten Reiterkriegern entwickelt sich der Stand der Ritter. Sie dienen Königen, Fürsten und Lehnsherren, bewachen Burgen und ziehen in Fehden und Kriege. Ideale wie Ehre, Treue und Schutz der Schwachen stehen dabei häufig im Gegensatz zur brutalen Wirklichkeit ihrer Kämpfe.

um 900 bis 1600 – Japan: Bewaffnete Gefolgsleute mächtiger Familien entwickeln sich zu einer einflussreichen Kriegerklasse. Samurai dienen ihren Herren als Reiter, Bogenschützen, Schwertkämpfer und Verwalter. Loyalität, Familienehre und die Kämpfe rivalisierender Clans bestimmen ihre Stellung.

962 – Mitteleuropa: Otto I. wird in Rom zum Kaiser gekrönt. Seine Herrschaft gilt als wichtiger Ausgangspunkt des späteren Heiligen Römischen Reiches.

um 1000 – Nordatlantik: Nordische Seefahrer (Wikinger) erreichen unter der Führung Leif Erikssons die Küsten Nordamerikas. Die weit entfernte Siedlung bleibt jedoch nur kurze Zeit bestehen.

 

DAS HOCHMITTELALTER

Bevölkerung und Handel wachsen. Städte, Burgen, Klöster und Universitäten entstehen. Könige, Kaiser und Päpste ringen um die Vorherrschaft, während Ritterheere und religiöse Kriege ganze Regionen verwüsten.

 

1066 – England: Wilhelm von der Normandie besiegt König Harald in der Schlacht bei Hastings und erobert den englischen Thron.

1090 bis 1256 – Persien und Syrien: Die Nizari-Ismailiten (Hassassinen) errichten ein Netz schwer zugänglicher Bergfestungen. Ihre Kämpfer werden für gezielte Attentate auf politische und militärische Gegner gefürchtet. Spione, geheime Boten und sorgfältig geplante Anschläge machen sie zu einem bedeutenden Machtfaktor zwischen Kreuzfahrern und muslimischen Herrschern.

1096 bis 1099 – Europa und Levante: Der Erste Kreuzzug führt zur Eroberung Jerusalems und zur Gründung mehrerer Kreuzfahrerstaaten.

1096 bis 1291 – Europa und Levante: Auf den Aufruf des Papstes ziehen Adlige, Ritter, Geistliche und einfache Gläubige in den östlichen Mittelmeerraum. Einige suchen Erlösung, andere Land, Reichtum oder gesellschaftlichen Aufstieg. Die Feldzüge führen zur Gründung christlicher Herrschaften, aber auch zu Belagerungen, Plünderungen und Massakern.

1096 bis 1291 – Levante: Schwer bewaffnete Kreuzritter bilden den militärischen Kern der Kreuzfahrerheere. Sie kämpfen um Burgen, Städte und Pilgerwege und geraten dabei in Bündnisse und Konflikte mit muslimischen Herrschern, christlichen Fürsten und rivalisierenden Orden.

um 1119 bis 1312 – Europa und Levante: Der Templerorden entsteht zum Schutz christlicher Pilger im Heiligen Land. Seine Mitglieder verbinden das Leben eines Mönchs mit dem eines Kriegers. Durch Schenkungen, Landbesitz und ein weitreichendes Netz von Niederlassungen wird der Orden zu einer bedeutenden militärischen und wirtschaftlichen Macht.

1122 – Heiliges Römisches Reich: Der Investiturstreit zwischen Kaisertum und Papsttum wird durch das Wormser Konkordat beigelegt.

um 1150 – Westeuropa: Die ersten europäischen Universitäten entwickeln sich zu Zentren der Theologie, Philosophie, Medizin und Rechtswissenschaft.

1187 – Levante: Sultan Saladin besiegt das Heer der Kreuzfahrerstaaten und erobert Jerusalem zurück.

1206 – Zentralasien: Temüdschin wird unter dem Namen Dschingis Khan zum Herrscher der Mongolen erhoben.

1206 bis 1279 – Europa und Asien: Die Mongolen errichten durch Eroberungen das größte zusammenhängende Landreich der Geschichte.

1215 – England: König Johann erkennt die Magna Carta an. Sie begrenzt Teile seiner Herrschaftsgewalt und stärkt die Rechte des Adels.

ab 1231 – Europa: Kirchliche Gerichte verfolgen Lehren, die von der Kirche als ketzerisch angesehen werden. Inquisitoren sammeln Aussagen, verhören Verdächtige und versuchen, verborgene Glaubensgemeinschaften aufzudecken. Religiöser Eifer, persönliche Feindschaften und politische Interessen vermischen sich dabei häufig.

1258 – Mesopotamien, Bagdad: Mongolische Truppen erobern und verwüsten Bagdad. Das Kalifat der Abbasiden verliert sein politisches Zentrum.

1271 bis 1295 – Europa und Asien: Der venezianische Händler Marco Polo reist nach späterer Überlieferung bis an den Hof des mongolischen Herrschers Kublai Khan.

 

DAS SPÄTMITTELALTER

Kriege, Hungersnöte und Seuchen erschüttern die alten Ordnungen. Gleichzeitig gewinnen Städte und Kaufleute an Bedeutung. Neue Waffen, Ideen und Handelswege bereiten den Übergang zur Neuzeit vor.

 

um 1300 bis 1600 – Japan: Samurai, die ihren Herrn durch Tod, Niederlage oder Verstoßung verlieren, werden zu Rōnin. Ohne festen Platz in der feudalen Ordnung ziehen sie als Söldner, Leibwächter, Lehrer oder Gesetzlose durch das Land.

1307 bis 1314 – Frankreich: König Philipp IV. lässt zahlreiche Templer verhaften und der Ketzerei beschuldigen. Unter Folter werden Geständnisse erzwungen, der Orden wird aufgelöst und sein letzter Großmeister Jacques de Molay hingerichtet.

1309 bis 1377 – Frankreich, Avignon: Die Päpste residieren nicht in Rom, sondern in Avignon. Das Ansehen des Papsttums wird durch politische Abhängigkeiten und spätere Machtkämpfe geschwächt.

1337 bis 1453 – Frankreich und England: Im Hundertjährigen Krieg kämpfen die Königshäuser beider Länder um die französische Krone.

1347 bis 1352 – Europa, Asien und Nordafrika: Die Pest breitet sich entlang der Handelswege aus. Ein großer Teil der Bevölkerung stirbt, ganze Landstriche werden entvölkert.

1381 – England: Bauern und Stadtbewohner erheben sich gegen hohe Abgaben und die bestehende Gesellschaftsordnung. Der Aufstand wird niedergeschlagen.

1415 – Böhmen: Der Reformator Jan Hus wird auf dem Konzil von Konstanz verurteilt und verbrannt. Seine Hinrichtung führt später zu den Hussitenkriegen.

um 1450 – Heiliges Römisches Reich, Mainz: Johannes Gutenberg entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern weiter. Schriften können nun schneller und in größeren Mengen verbreitet werden.

um 1450 bis 1600 – Japan: In den Kriegen zwischen japanischen Fürsten werden Kundschafter und verdeckt operierende Spezialisten eingesetzt. Sie sammeln Informationen, schleichen sich in Burgen ein, legen Feuer und führen Sabotageakte aus. Spätere Legenden machen aus ihnen übermenschliche Schattenkrieger.

1453 – Oströmisches Reich, Konstantinopel: Die Osmanen erobern Konstantinopel. Das Oströmische Reich endet nach mehr als tausend Jahren.

1453 – Frankreich: Der Hundertjährige Krieg endet mit dem weitgehenden Verlust der englischen Besitzungen auf dem europäischen Festland.

1478 – Spanien: Die spanische Krone richtet eine eigene Inquisition ein. Sie richtet sich besonders gegen vermeintlich unaufrichtige Konvertiten und wird zu einem Werkzeug religiöser und staatlicher Kontrolle.

1487 – Heiliges Römisches Reich: Der sogenannte Hexenhammer wird veröffentlicht. Die Schrift verbreitet Vorstellungen über Hexerei und liefert Befürwortern der Verfolgungen Argumente und Anleitungen.

 

DIE RENAISSANCE

Gelehrte, Künstler und Herrscher wenden sich verstärkt den Ideen der Antike und der Erforschung der Natur zu. Der Buchdruck verbreitet Wissen, Seefahrer erschließen neue Handelswege und europäische Mächte beginnen mit der Eroberung ferner Länder.

 

um 1480 bis 1650 – Europa: Deutschsprachige Söldner (Landsknechte) dienen in den Heeren von Kaisern, Königen und Stadtstaaten. Mit langen Piken, Hellebarden und frühen Feuerwaffen kämpfen sie in geschlossenen Formationen. Auffällige Kleidung, harter Drill und ein raues Lagerleben prägen ihr Erscheinungsbild.

1488 – Südafrika: Bartolomeu Dias umsegelt die Südspitze Afrikas und eröffnet die Möglichkeit eines Seeweges nach Indien.

1492 – Iberische Halbinsel: Das Emirat Granada fällt an die vereinigten Kronen von Kastilien und Aragón. Damit endet die muslimische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel.

1492 – Atlantischer Ozean und Karibik: Christoph Kolumbus erreicht im Auftrag der spanischen Krone die Inselwelt der Karibik. Die dauerhafte Verbindung zwischen Europa und Amerika beginnt.

1494 – Europa und überseeische Gebiete: Spanien und Portugal teilen im Vertrag von Tordesillas ihre zukünftigen Eroberungsgebiete untereinander auf.

1498 – Indien: Vasco da Gama erreicht auf dem Seeweg die indische Küste. Damit entsteht eine direkte maritime Handelsverbindung zwischen Europa und Südasien.

1501 bis 1504 – Italien, Florenz: Michelangelo erschafft die Statue des David, eines der bedeutendsten Werke der Renaissance.

1517 – Heiliges Römisches Reich, Wittenberg: Martin Luther veröffentlicht seine Thesen gegen den Ablasshandel. Die Reformation beginnt.

1519 bis 1521 – Mittelamerika: Hernán Cortés und seine Verbündeten erobern das Reich der Azteken. Krankheiten, Belagerung und innere Konflikte beschleunigen dessen Untergang.

1519 bis 1522 – Weltmeere: Die Expedition Ferdinands Magellan vollendet unter Juan Sebastián Elcano die erste bekannte Weltumsegelung.

1524 bis 1526 – Heiliges Römisches Reich: Bauern und Bürger erheben sich gegen Abgaben, Leibeigenschaft und die Herrschaft des Adels. Der Deutsche Bauernkrieg wird blutig niedergeschlagen.

1527 – Italien, Rom: Meuternde und schlecht bezahlte Landsknechte und andere kaiserliche Soldaten plündern Rom. Der Sacco di Roma wird zu einem Sinnbild für die Zerstörungskraft unkontrollierter Söldnerheere.

1532 bis 1533 – Südamerika: Francisco Pizarro nimmt den Inkaherrscher Atahualpa gefangen. Das Inkareich gerät unter spanische Herrschaft.

1534 – England: König Heinrich VIII. trennt die englische Kirche von der päpstlichen Autorität und erklärt sich zu ihrem Oberhaupt.

1543 – Europa: Nikolaus Kopernikus veröffentlicht sein Werk über das heliozentrische Weltbild, in dem die Erde die Sonne umkreist.

1545 bis 1563 – Italien, Trient: Die römisch-katholische Kirche reagiert auf die Reformation mit dem Konzil von Trient und umfassenden inneren Reformen.

1555 – Heiliges Römisches Reich, Augsburg: Der Augsburger Religionsfrieden erkennt das lutherische Bekenntnis im Reich an. Die Fürsten dürfen die Konfession ihrer Territorien bestimmen.

um 1560 bis 1650 – Europa: Die Hexenverfolgungen erreichen in vielen Regionen ihren Höhepunkt. Der Glaube an schädliche Zauberei verbindet sich mit der Vorstellung geheimer Bündnisse mit dem Teufel. Missernten, Krankheiten, persönliche Feindschaften und religiöse Konflikte führen zu Anklagen. Weltliche und kirchliche Gerichte verhören und verurteilen Tausende Menschen, überwiegend Frauen. Unter Folter erzwungene Geständnisse lösen häufig neue Beschuldigungen und ganze Prozesswellen aus.

1571 – Mittelmeer, Lepanto: Eine Flotte der Heiligen Liga besiegt die osmanische Flotte in einer der größten Galeerenschlachten der Geschichte.

1572 – Frankreich, Paris: Während der Bartholomäusnacht werden Tausende französische Protestanten ermordet. Die Religionskriege im Land verschärfen sich.

1582 – Europa: Papst Gregor XIII. führt einen verbesserten Kalender ein, der später in weiten Teilen der Welt übernommen wird.

1588 – Ärmelkanal und Nordsee: Die spanische Armada scheitert bei ihrem Versuch, eine Invasion Englands zu ermöglichen.

1598 – Frankreich: König Heinrich IV. erlässt das Edikt von Nantes und gewährt den französischen Protestanten begrenzte religiöse Rechte.

um 1600 – Europa und die Welt: Die Renaissance geht allmählich in die Frühe Neuzeit über. Buchdruck, Feuerwaffen, überseeischer Handel und neue wissenschaftliche Vorstellungen haben das Leben der Menschen grundlegend verändert. Europäische Königreiche beginnen, ihre Macht weit über die Grenzen ihres Kontinents auszudehnen.

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