MENSCHEN ANNO TERRORIS
Die Menschen bilden das zahlenmäßig größte und am weitesten verbreitete Volk von Anno Terroris. Sie bewohnen gewaltige Städte, befestigte Burgen, abgelegene Dörfer, Wüstenoasen, Gebirgstäler, Flusslandschaften und weitläufige Steppengebiete. Sie unterscheiden sich in Sprachen, Religionen, Gesetzen, Kleidung, Waffen, Lebensweisen und Vorstellungen von der Welt. Von einem einheitlichen Menschenvolk kann daher keine Rede sein. Die Menschen verstehen sich als Angehörige einer Familie, eines Stammes, einer Stadt, eines Reiches, einer Glaubensgemeinschaft oder eines Herrschers. Ein Bauer aus einem deutschen Dorf, eine Händlerin aus Venedig, ein osmanischer Reiter, eine chinesische Gelehrte und ein arabischer Seefahrer gehören derselben Spezies an, leben jedoch in vollkommen unterschiedlichen kulturellen Welten. Auch innerhalb eines Landes bestehen große Unterschiede. Adel, Geistlichkeit, Bürgertum, Bauern, Nomaden, Krieger, Handwerker und Ausgestoßene besitzen eigene Traditionen und Lebensbedingungen. Sprache und Religion können mehrere Länder verbinden, während politische Feindschaften Menschen derselben Kultur gegeneinander in den Krieg führen. Anno Terroris wird außerdem durch die Existenz von Magie, Flüchen, Untoten und Andersvölkern geprägt. Jede Kultur besitzt eigene Überlieferungen darüber, wie man sich gegen Dämonen, Geister, Hexerei und andere Schrecken schützt. Manche vertrauen auf Priester, Reliquien und geweihte Orte. Andere wenden sich an Schamanen, Gelehrte, Heiler, Magier oder Monsterjäger. Nicht selten werden unschuldige Menschen verfolgt, weil ihre Sprache, Kleidung, Heilkunst oder Religion den örtlichen Herrschern fremd erscheint.
ARABISCHE KULTUREN
Die arabischen Kulturen erstrecken sich von der Arabischen Halbinsel über die Levante und Mesopotamien bis nach Ägypten und Nordafrika. Arabisch dient vielerorts als Sprache der Religion, des Handels, der Verwaltung und der Gelehrsamkeit. Große Städte wie Kairo, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Mekka und Medina sind Zentren des Handels, des Handwerks und des Wissens. Karawanen verbinden die Küsten des Mittelmeeres mit den Wüsten, dem Roten Meer, Persien, Indien und den Ländern südlich der Sahara. Arabische Gelehrte bewahren umfangreiche Schriften über Medizin, Astronomie, Mathematik, Alchemie und Philosophie. Manche Werke enthalten auch Erkenntnisse über Djinn, Aethererscheinungen, verfluchte Orte und längst vergessene Mächte.
ARMENIER
Armenische Gemeinschaften leben im Hochland zwischen Anatolien, dem Kaukasus, Persien und Mesopotamien. Viele gehören alten christlichen Gemeinden an und bewahren eine eigene Sprache, Schrift und kirchliche Tradition. Armenier arbeiten als Bauern, Handwerker, Kaufleute, Geistliche und Übersetzer. Ihre Handelsbeziehungen reichen über zahlreiche Reiche und ermöglichen den Austausch von Waren, Nachrichten und geheimem Wissen. Die Lage zwischen mächtigen Nachbarreichen macht armenische Gebiete immer wieder zum Schauplatz von Kriegen, Plünderungen und Vertreibungen. Klöster und befestigte Dörfer dienen deshalb nicht nur als religiöse Zentren, sondern auch als Zufluchtsorte und Archive. Einige armenische Klöster bewahren alte Schriften über Dämonen, Untote, verfluchte Blutlinien und Erscheinungen aus dem Kaukasus. Monsterjäger und reisende Gelehrte suchen dort nach Wissen, das andernorts längst verloren ging.
BALKANVÖLKER
Auf dem Balkan leben zahlreiche Völker und Gemeinschaften, darunter Griechen, Bulgaren, Serben, Kroaten, Bosnier, Albaner, Walachen und weitere regionale Gruppen. Ihre Länder werden von unterschiedlichen Herrschern, Kirchen, Adelsfamilien und dem expandierenden Osmanischen Reich geprägt. Gebirge, Wälder und schwer zugängliche Täler bieten Schutz vor Eroberern, aber auch Zuflucht für Räuber, Rebellen, Hexenzirkel, Werwesen und Untote. An den Grenzen der Reiche kämpfen christliche und muslimische Krieger, örtliche Adlige, Söldner und aufständische Gemeinschaften um Burgen, Handelswege und fruchtbares Land. Dabei werden politische Konflikte häufig als Glaubenskrieg oder Kampf gegen dämonische Mächte dargestellt.
BERBER
Die Berber, die sich vielerorts selbst als Amazigh bezeichnen, leben in Nordafrika von den Küstengebieten bis zu den Gebirgen und Wüsten. Ihre Gemeinschaften unterscheiden sich stark in Sprache, Lebensweise und politischer Organisation. Einige leben als Bauern und Handwerker in Dörfern und Städten. Andere ziehen mit Herden und Karawanen durch Gebirge, Steppen und Wüsten. Ihre genaue Kenntnis der Landschaft macht sie zu angesehenen Führern, Händlern und Kundschaftern. Berberische Gemeinschaften stehen unter dem Einfluss verschiedener Dynastien, Stadtstaaten und islamischer Reiche, bewahren jedoch häufig eigene Stammesgesetze und Traditionen. In abgelegenen Gebirgen und Wüsten kennen sie verborgene Quellen, Ruinen und Höhlen. Fremdländische Schatzsucher verschwinden dort nicht selten spurlos.
BEWOHNER DER BRITISCHEN INSELN
Auf den Britischen Inseln leben Engländer, Schotten, Waliser, Iren und zahlreiche regionale Gemeinschaften. Ihre Kulturen unterscheiden sich in Sprache, Recht, Religion und Verhältnis zur jeweiligen Krone. England entwickelt sich unter einer zunehmend starken Königsherrschaft. London ist ein bedeutendes Handelszentrum, während der Adel auf Burgen und Landgütern über weite Gebiete herrscht. Schottland besteht aus königlichen Gebieten, Städten und mächtigen Hochlandgemeinschaften. Irland wird von gälischen Herrschaften, örtlichen Königen und englisch geprägten Gebieten bestimmt. In Wales bestehen eigene sprachliche und kulturelle Traditionen fort. Die Inseln sind reich an Erzählungen über Feen, Geister, schwarze Hunde, Wasserwesen und ruhelose Könige. Alte Steinkreise, Hügelgräber und Burgruinen gelten als Übergänge zu verborgenen Reichen der Andersvölker. Zauberkundige, Barden, Kräuterfrauen und Seher bewahren Überlieferungen, die von Geistlichen häufig als Aberglaube oder Hexerei verfolgt werden.
CHINESISCHE KULTUREN
China wird um das Jahr 1500 von der Ming-Dynastie beherrscht. Das Reich besitzt eine umfangreiche Verwaltung, große Städte, bedeutende Handelswege und eine lange Tradition von Gelehrsamkeit, Handwerk und Landwirtschaft. Die chinesische Gesellschaft ist stark gegliedert. Beamte, Gelehrte, Bauern, Handwerker, Händler, Soldaten, Mönche und Angehörige zahlreicher regionaler Gemeinschaften besitzen unterschiedliche Aufgaben und gesellschaftliches Ansehen. Prüfungen und klassische Bildung ermöglichen manchen Männern den Eintritt in die kaiserliche Verwaltung. Gleichzeitig bestimmen Familie, Ahnenverehrung und örtliche Traditionen das tägliche Leben. Geister, ruhelose Ahnen, Dämonen, Drachen und gestaltwandelnde Wesen sind Bestandteil vieler Überlieferungen. Daoistische Meister, buddhistische Mönche und örtliche Geisterkundige führen Rituale gegen Besessenheit, Flüche und gefährliche Wesen durch.
DEUTSCHE LANDE
Die deutschen Lande bestehen aus zahlreichen Fürstentümern, Herzogtümern, Bistümern, Grafschaften, Reichsstädten und kleineren Herrschaften innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Jeder Landesherr besitzt eigene Gesetze, Steuern, Münzen und Streitkräfte. Städte wie Nürnberg, Augsburg, Köln, Lübeck und Frankfurt sind bedeutende Zentren von Handel und Handwerk. Bauern bilden den größten Teil der Bevölkerung. In den Städten gewinnen Kaufleute, Zünfte und wohlhabende Familien an Einfluss. Landsknechte und Söldner ziehen zwischen den Kriegen durch die Länder und stellen für ungeschützte Dörfer oftmals eine ebenso große Gefahr dar wie die Monster der dunklen Mächte. Der Buchdruck verbreitet religiöse Schriften, Flugblätter, Berichte über Wunderzeichen und Hexen-Beschreibungen. Dadurch können Angst und Gerüchte über die Andersvölker innerhalb kurzer Zeit ganze Regionen erfassen.
ÄGYPTISCHE KULTUREN
Ägypten wird vom Nil geprägt. Landwirtschaft, Städte und Handelswege konzentrieren sich auf das fruchtbare Flusstal und das Delta, während jenseits davon Wüsten und schwer zugängliche Gebiete liegen. Kairo ist eine der bedeutendsten Städte der bekannten Welt. Händler, Handwerker, Gelehrte, Pilger und Reisende aus Afrika, Europa und Asien begegnen sich dort. Die Bevölkerung besteht aus muslimischen, christlichen und jüdischen Gemeinschaften sowie verschiedenen regionalen Gruppen. Alte ägyptische Bauwerke und Gräber sind noch immer sichtbar, obwohl ihre ursprüngliche Bedeutung häufig vergessen wurde. Grabräuber, Alchemisten und fremde Gelehrte suchen in Pyramiden, Tempeln und Nekropolen nach Gold, Mumien und verbotenem Wissen. Dabei öffnen sie manchmal Kammern, die aus gutem Grund über Jahrtausende versiegelt blieben. Mumien, Grabwächter und uralte Vampyrwesen gehören zu den größten verborgenen Gefahren Ägyptens.
ÄTHIOPIER UND HABESHA
Im Hochland des nordöstlichen Afrikas bestehen christliche Reiche mit einer langen schriftlichen, religiösen und königlichen Tradition. Zu ihren Bewohnern gehören unter anderem Amharen, Tigrayer und weitere Völker des Hochlandes. Klöster, Felsenkirchen und befestigte Siedlungen bewahren Handschriften, Reliquien und Überlieferungen. Das Hochland ist von Gebirgen, tiefen Tälern und schwer zugänglichen Landschaften geprägt. Dadurch konnten sich regionale Herrschaften und alte Bräuche lange behaupten. Legenden berichten von heiligen Schätzen, verborgenen Königreichen, dämonischen Wesen und Kreaturen aus den Wüsten und Gebirgen.
FRANZÖSISCHE KULTUREN
Frankreich gehört zu den mächtigsten Königreichen Westeuropas. Dennoch unterscheiden sich seine Regionen erheblich in Sprache, Recht und Tradition. Bretonen, Burgunder, Normannen, Provenzalen, Basken und zahlreiche weitere Gemeinschaften bewahren eigene kulturelle Merkmale. Die französische Krone versucht, ihre Herrschaft zu festigen und die Macht unabhängiger Adelsfamilien zu begrenzen. Städte, Handelszentren und Universitäten gewinnen an Bedeutung. Ritterliche Vorstellungen bestehen fort, während Feuerwaffen, Söldner und neue Belagerungstechniken die Kriegführung verändern. Viele verarmte Adlige suchen ihr Glück als Offiziere, Abenteurer oder Höflinge. In ländlichen Gebieten treiben Feen, Werwölfe und Geister ihr Unwesen. Monsterjäger werden angeworben, wenn gewöhnliche Soldaten gegen eine Bedrohung nichts ausrichten können. Religiöse Gerichte und weltliche Behörden verfolgen Hexerei. Persönliche Feindschaften, Besitzstreitigkeiten und politische Intrigen können dabei ebenso ausschlaggebend sein wie wirkliche Magie.
IBERISCHE VÖLKER
Auf der Iberischen Halbinsel bestehen die Reiche Kastilien, Aragón, Portugal, Navarra und weitere regionale Herrschaften. Ihre Bewohner unterscheiden sich in Sprache, Recht und kulturellen Traditionen. Kastilier, Aragonesen, Katalanen, Valencianer, Portugiesen, Basken, Galicier und weitere Gemeinschaften besitzen eigene Identitäten. Die königliche Einigung großer Gebiete bedeutet nicht, dass diese Unterschiede verschwinden. Die christlichen Herrschaften haben die letzten muslimischen Reiche der Halbinsel besiegt. Muslime und Juden stehen zunehmend unter Druck, ihren Glauben aufzugeben oder das Land zu verlassen. Die Inquisition untersucht Menschen, die verdächtigt werden, nur äußerlich zum Christentum übergetreten zu sein. Religiöse Verfolgung verbindet sich mit der Jagd auf Hexen, Magier und Andersvölker. Manche Inquisitoren bekämpfen wirkliche dämonische Kulte. Andere nutzen ihre Macht, um Gegner zu beseitigen oder Besitz einzuziehen. Portugal baut seinen Seehandel entlang der afrikanischen Küsten und bis nach Indien aus. Seeleute berichten von unbekannten Inseln, Seeungeheuern, verfluchten Küsten und fremden Kulturen.
INDISCHE KULTUREN
Der indische Subkontinent umfasst zahlreiche Reiche, Sultanate, Städte, Fürstentümer, Sprachen und Religionen. Eine einheitliche indische Kultur existiert nicht. Hindus, Muslime, Jains, Buddhisten und Angehörige weiterer Glaubensgemeinschaften leben in unterschiedlichen Regionen und gesellschaftlichen Ordnungen. Kasten, Familienverbände, Berufe und örtliche Traditionen prägen das Leben vieler Menschen. Große Städte und Häfen sind Zentren des Handels. Gewürze, Edelsteine, Stoffe, Metallwaren und Wissen gelangen von dort nach Persien, Arabien, Afrika und Europa. Asketen, Brahmanen, Sufis, Gelehrte, Heiler und Tempelgemeinschaften bewahren Wissen über Geister, Dämonen, Wiedergeburt, Magie und kosmische Ordnung. In alten Tempeln und Ruinen findet man Artefakte und Machtknoten, deren Ursprung teilweise bis in vergessene Zeitalter zurückreicht. Manche werden von Priestern geschützt, andere von Kulten, Schlangenwesen oder untoten Herrschern beansprucht.
ITALIENISCHE KULTUREN
Italien besteht aus konkurrierenden Stadtstaaten, Fürstentümern, Republiken, Kirchengebieten und Königreichen. Venedig, Florenz, Mailand, Genua, Neapel und Rom sind bedeutende Zentren von Handel, Politik, Kunst und Intrige. Reiche Familien beschäftigen Künstler, Gelehrte, Alchemisten, Söldner und Spione. Gelehrte untersuchen antike Schriften, Künstler studieren den menschlichen sowie andersvölkische Körper und Erfinder entwickeln neue Maschinen. Dabei werden auch verbotene Texte und Artefakte wiederentdeckt. Alchemie, Medizin und Magie sind auch hier umstrittene Wissenschaften. Hinter mancher angesehenen Akademie verbirgt sich ein geheimer Zirkel, während einige Herrscher Hofmagier oder Astrologen beschäftigen. Die Städte werden von politischen Morden, Familienfehden und Söldnerkriegen erschüttert.
JAPANISCHE KULTUREN
Japan befindet sich in einer Zeit politischer Zersplitterung und militärischer Auseinandersetzungen. Regionale Kriegsherren, Samurai-Familien, buddhistische Gemeinschaften und örtliche Bündnisse ringen um Land und Einfluss. Der Kaiser besitzt religiöse und traditionelle Bedeutung, während die tatsächliche Macht vielerorts bei militärischen Herrschern liegt. Burgen, befestigte Klöster und Kriegerfamilien prägen das politische Leben. Samurai folgen den Pflichten ihrer Familie und ihres Herrn, wobei Treue, Ehre und Überleben nicht immer miteinander vereinbar sind. Bauern, Händler, Handwerker, Mönche und Ausgestoßene bilden weitere wichtige Teile der Gesellschaft. Yōkai, Geister und Oni sind Bestandteil des täglichen Lebens, ebenso wie Shinobi, wandernde Mönche, Schreinwächter und spezialisierte Jäger.
JÜDISCHE GEMEINDEN
Jüdische Gemeinden leben über Europa, Nordafrika, den Nahen Osten und Teile Asiens verstreut. Sie besitzen unterschiedliche Sprachen, Bräuche und regionale Traditionen, sind jedoch durch Religion und Schriften verbunden. Viele Juden arbeiten als Händler, Handwerker, Ärzte, Gelehrte und Geldverleiher. Einschränkungen durch christliche oder muslimische Herrscher begrenzen jedoch häufig ihre Wohnorte, Berufe und Rechte. Vertreibungen, Zwangstaufen, Pogrome und falsche Anschuldigungen bedrohen zahlreiche Gemeinden. In Krisenzeiten werden sie häufig für Seuchen, Hungersnöte, verschwundene Kinder oder übernatürliche Ereignisse verantwortlich gemacht. Rabbiner und Gelehrte bewahren umfangreiche Überlieferungen über Engel, Dämonen, heilige Namen und künstlich belebte Wesen. Manche Gemeinden kennen Rituale zum Schutz vor Besessenheit und Flüchen. Golems werden nur äußerst selten erschaffen. Ein solches Wesen kann eine Gemeinde schützen, doch ein fehlerhafter Befehl oder eine gestörte Inschrift kann es selbst zu einer Gefahr werden lassen.
KOREANISCHE KULTUREN
Korea wird von der Joseon-Dynastie beherrscht. Verwaltung, Bildung und Gesellschaft sind stark von konfuzianischen Vorstellungen geprägt. Gelehrte Beamte besitzen großes Ansehen. Familienordnung, Ahnenverehrung und gesellschaftliche Pflichten spielen im täglichen Leben eine bedeutende Rolle. Buddhistische Traditionen bestehen weiter, obwohl ihre politische Stellung gegenüber früheren Zeiten geschwächt ist. Schamanische Praktiken sind besonders im Umgang mit Geistern, Krankheiten und örtlichen Schutzwesen verbreitet. Berge, Wälder und alte Gräber sind Aufenthaltsorte von Geistern und gestaltwandelnden Wesen. Schamaninnen, Mönche und Gelehrte vertreten unterschiedliche Auffassungen darüber, wie solche Erscheinungen zu behandeln sind.
NORDISCHE VÖLKER
Zu den nordischen Völkern gehören Dänen, Schweden, Norweger, Isländer und weitere Gemeinschaften des Nordens. Ihre Länder werden von Königreichen, Adelsfamilien, Städten und abgelegenen bäuerlichen Regionen geprägt. Manche Herrscher leiten ihre Abstammung von legendären Königen oder göttlichen Ahnen ab. Das Christentum ist vorherrschend, doch Trolle, Draugar, Riesen und Naturwesen lassen sich nicht einfach so vertreiben. Seefahrt, Fischfang, Handel und Landwirtschaft bestimmen das Leben. In den Wäldern und Gebirgen bestehen jedoch Regionen, in denen die Macht menschlicher Herrscher nur schwach ist.
OSMANEN
Das Osmanische Reich gehört zu den mächtigsten Reichen der bekannten Welt. Es erstreckt sich über Anatolien, den Balkan und Teile des östlichen Mittelmeerraums. Die Osmanen bilden keine einheitliche Volksgemeinschaft. Im Reich leben Türken, Griechen, Slawen, Armenier, Araber, Juden und zahlreiche weitere Gruppen. Religion, Herkunft und rechtliche Stellung bestimmen ihre Pflichten und Möglichkeiten. Der Sultan herrscht mit Hilfe einer umfangreichen Verwaltung, regionaler Amtsträger und eines mächtigen Heeres. Janitscharen, Reiterverbände und Artillerie machen das Reich zu einem gefürchteten Gegner. Konstantinopel, das von den Osmanen eroberte ehemalige Byzanz, ist ein bedeutendes Zentrum von Handel, Verwaltung und Wissen. Unter seinen Straßen liegen jedoch ältere Ruinen, Zisternen und versiegelte Anlagen aus römischer und noch früherer Zeit. Am Hof und in den Provinzen wirken Astrologen, Ärzte, Gelehrte und religiöse Autoritäten.
PERSISCHE KULTUREN
Persische Kultur und Sprache besitzen großen Einfluss in Iran, Zentralasien und Teilen Indiens. Dichter, Gelehrte, Verwaltungsbeamte und Höfe bewahren eine lange literarische und politische Tradition. Um das Jahr 1500 ringen verschiedene Herrscher und Stammesbünde um die Kontrolle Persiens. Religion, Dynastie und militärische Gefolgschaft spielen dabei eine entscheidende Rolle. Persische Städte sind Zentren des Handels, des Handwerks und der Gelehrsamkeit. Persische Teppich- und Metallkunst, Bücher, Medizin und astronomisches Wissen genießen hohes Ansehen. Alte zoroastrische Überlieferungen bestehen neben islamischen Traditionen fort. Berichte über Feuerwesen, Dämonen aus uralten Ruinen kursieren in den Städten. Einige Geheimbünde suchen nach Artefakten aus vorislamischen Reichen. Andere bewachen heilige Feuer oder versiegelte Orte, an denen Wesen eingeschlossen sein sollen, die schon vor den ältesten Königreichen existierten.
POLEN UND LITAUER
Das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen sind eng miteinander verbunden. Ihre Gebiete umfassen zahlreiche Sprachen, Religionen und regionale Gemeinschaften. Polen, Litauer, Ruthenen, Deutsche, Juden, Tataren und weitere Gruppen leben innerhalb ihrer Herrschaftsbereiche. Adel und Landbesitz spielen eine große politische Rolle. Die weiten Wälder, Sümpfe und Grenzgebiete sind nur schwer zu kontrollieren. Dort leben Räuber, Flüchtlinge, heidnische Gemeinschaften und übernatürliche Wesen außerhalb der unmittelbaren Macht der Städte. Christliche Vorstellungen bestehen neben älteren Bräuchen fort. Waldgeister, Hauswesen, Wiedergänger und Hexen gehören zu den verbreiteten Erzählungen der Landbevölkerung. Im Osten führen Grenzkriege, tatarische Überfälle und politische Rivalitäten dazu, dass befestigte Siedlungen und berittene Kämpfer eine besondere Bedeutung besitzen.
ROMA
Roma leben in zahlreichen Teilen Europas, Westasiens und Nordafrikas. Viele ziehen in Familienverbänden zwischen Städten, Dörfern und Herrschaftsgebieten, während andere dauerhaft in bestimmten Regionen ansässig sind. Ihre Gemeinschaften unterscheiden sich in Sprache, Berufen und Lebensweise. Einige arbeiten als Schmiede, Musiker, Tierhändler, Handwerker, Schausteller oder Wahrsager. Sesshafte Mehrheitsgesellschaften betrachten sie häufig mit Misstrauen. Roma werden als Fremde, Spione, Diebe oder Hexer beschuldigt und immer wieder vertrieben oder verfolgt. Ihre Beweglichkeit ermöglicht ihnen zugleich, Nachrichten, Waren und geheimes Wissen über große Entfernungen zu verbreiten. Manche Familien kennen sichere Wege, verborgene Zufluchtsorte und Mittel gegen übernatürliche Gefahren. Einige Roma-Gemeinschaften bewahren alte Kenntnisse über Flüche, Geister und Schutzzeichen, und werden von ihren Verfolgern oftmals unterschätzt.
RUSSEN UND OSTSLAWEN
Die ostslawischen Länder werden von verschiedenen Fürstentümern und Herrschaften geprägt. Das Großfürstentum Moskau gewinnt zunehmend an Macht und versucht, benachbarte Gebiete unter seiner Herrschaft zu vereinen. Russen, Ruthenen und weitere ostslawische Gemeinschaften leben in Städten, Dörfern, Waldgebieten und weiten Grenzlandschaften. Klöster und befestigte Orte bilden wichtige Zentren von Religion, Schrift und Schutz. Die orthodoxe Kirche besitzt großen Einfluss. Geistliche bekämpfen heidnische Bräuche, doch zahlreiche ältere Bräuche bleiben im Alltag erhalten. Hausgeister, Wasserwesen, Waldgeister, Hexen und ruhelose Tote gehören zu den verbreiteten Erscheinungen. Die riesigen Wälder und abgelegenen Regionen bieten Zuflucht für Verbannte, Einsiedler, Andersvölker, Monster und Gemeinschaften, die sich jeder staatlichen Herrschaft entziehen.
SAHEL- UND WESTAFRIKANISCHE KULTUREN
Südlich der Sahara bestehen mächtige Reiche, Städte und Handelsgemeinschaften. Gold, Salz, Stoffe, Metallwaren und andere Güter werden über weite Karawanenwege gehandelt. Zu den bedeutenden Kulturgebieten gehören die Länder am Niger, die Hausa-Städte, die Reiche der Akan und zahlreiche weitere Gemeinschaften. Sprachen, Religionen und politische Ordnungen unterscheiden sich erheblich. Islamische Gelehrsamkeit ist besonders in Handelsstädten und Herrscherhöfen verbreitet. Daneben bestehen örtliche Religionen, Ahnenkulte und spirituelle Traditionen fort. Griots und andere Bewahrer mündlicher Überlieferungen erhalten Geschichten über Herrscher, Kriege, Andersvölker, Monsterwesen, Wanderungen und übernatürliche Ereignisse.
STEPPENVÖLKER UND TATAREN
Die Steppen Eurasiens werden von zahlreichen turksprachigen, mongolischen und tatarischen Gemeinschaften bewohnt. Viele leben als Viehzüchter, Reiter und Händler in beweglichen Verbänden. Pferde sind für Transport, Krieg und gesellschaftliches Ansehen von zentraler Bedeutung. Berittene Bogenschützen können große Entfernungen überwinden und stellen für sesshafte Reiche eine gefürchtete militärische Kraft dar. Nicht alle Steppenvölker sind Nomaden. Einige leben in Städten, kontrollieren Handelswege oder dienen als Soldaten in fremden Reichen. Schamanische Traditionen, Ahnenverehrung, Islam und weitere Glaubensformen bestehen nebeneinander. Himmel, Landschaft und Tierwelt besitzen in vielen Überlieferungen eine besondere Bedeutung.
SUAHELI-KÜSTENKULTUREN
Entlang der ostafrikanischen Küste bestehen wohlhabende Handelsstädte, deren Bewohner afrikanische, arabische, persische und indische Einflüsse miteinander verbinden. Die Sprache Suaheli dient in vielen Regionen als gemeinsame Handelssprache. Händler reisen über den Indischen Ozean und tauschen Gold, Elfenbein, Stoffe, Gewürze und andere Waren. Die Küstenstädte sind überwiegend islamisch geprägt, bewahren jedoch auch örtliche Traditionen und Vorstellungen über Geister, Ahnen und Meereswesen. Seefahrer kennen gefährliche Strömungen, verborgene Inseln und Küsten, an denen fremdartige Kreaturen leben sollen. Geschichten über Djinn, Wassergeister und versunkene Städte kursieren. Piraten, konkurrierende Händler und fremde Eroberer bedrohen die Unabhängigkeit der Städte. Zugleich suchen europäische Seemächte zunehmend nach Wegen, den Handel im Indischen Ozean zu kontrollieren.
SÜDOSTASIATISCHE KULTUREN
Südostasien umfasst zahlreiche Königreiche, Inselreiche, Hafenstädte und Berggemeinschaften. Zu den großen Kulturgebieten gehören Burma, Siam, Vietnam, Kambodscha, die malaiischen Reiche und die Inselwelten des heutigen Indonesien und der Philippinen. Buddhismus, Hinduismus, Islam und örtliche Religionen prägen die verschiedenen Regionen. Königshöfe, Tempelgemeinschaften und Handelsstädte besitzen großen Einfluss. Der Seehandel verbindet China, Indien, Arabien und die Inselwelt. Gewürze, Edelholz, Metalle und seltene Pflanzen machen die Region für ausländische Händler besonders begehrt. Geisterhäuser, Ahnenrituale und örtliche Schutzwesen gehören in vielen Gegenden zum Alltag. Wälder, Vulkane, Flüsse und Ruinen werden von mächtigen Wesen bewohnt oder bewacht.
UNGARN UND KARPATENVÖLKER
Das Königreich Ungarn und die angrenzenden Karpatengebiete bilden eine Grenzregion zwischen Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Ungarn, Walachen, Slowaken, Deutsche, Slawen, Szekler und weitere Gemeinschaften leben dort nebeneinander. Adlige, befestigte Städte und Grenzkrieger verteidigen das Land gegen äußere Feinde und innere Rivalen. Die Nähe zum Osmanischen Reich bestimmt große Teile der Politik. Die Karpaten sind von dichten Wäldern, Gebirgen und abgelegenen Tälern geprägt. Dort bestehen Dörfer, die nur selten Kontakt zu größeren Städten haben und eigene Bräuche bewahren. Berichte über Vampyre, Werwesen und ruhelose Tote sind hier besonders verbreitet. Manche Adelsfamilien hüten Geheimnisse, die weit älter sind als ihre Burgen und Wappen. Um das Jahr 1500 verbreiten sich Geschichten über einen bleichen Woiwoden, der nicht altert und nur nachts reist.
ZENTRALASIATISCHE KULTUREN
Zwischen Persien, Indien, China und den großen Steppen liegen zahlreiche Städte, Oasen, Khanate und Stammesgebiete. Turksprachige, persischsprachige, mongolische und weitere Gemeinschaften begegnen einander entlang der alten Handelswege. Städte wie Samarkand und Buchara sind Zentren von Handel, Handwerk und Gelehrsamkeit. Karawanen transportieren Waren, Nachrichten und religiöse Vorstellungen über gewaltige Entfernungen. Die Kontrolle der Handelswege bringt Reichtum, macht die Region aber auch zum Ziel konkurrierender Herrscher, Räuber und Eroberer. Wüsten, Gebirge und verlassene Ruinen bergen zahlreiche Gefahren. Reisende erzählen von Geisterstädten und Karawanen, die einer Stimme in der Nacht folgten und nie wieder gesehen wurden.