NUMINA ANNO TERRORIS
Numina sind Götter, Teufel und Totems, die durch Verehrung Macht und Einfluss gewinnen. Ihre Stärke wächst oder schwindet mit der Zahl und Hingabe ihrer Anhänger. Neue Numina können allein durch starken Glauben und bedingungslose Verehrung entstehen. Werden ihre Namen vergessen und ihre Kulte ausgelöscht, verlieren sie ihre Macht und können schließlich vergehen. In der Schreckenszeit kämpfen viele Numina um ihre letzten Gläubigen. Manche gewähren Schutz und Wunder, andere verlangen Blut, Gehorsam oder Opfer. Vergessene Gottheiten erwachen in zerstörten Tempeln, Teufel flüstern aus versiegelten Katakomben und uralte Totems rächen die Schändung ihrer heiligen Orte. Ein Pantheon kann Götter, Teufel und Totems umfassen, auch wenn die jeweiligen Kulturen andere Bezeichnungen für diese Wesen verwenden.
GLAUBENSRICHTUNGEN IM JAHR 1500
Im Jahr 1500 prägen zahlreiche Religionen und Glaubenstraditionen das Leben der Menschen. Zu den großen Glaubensrichtungen gehören das Christentum, der Islam, das Judentum, der Hinduismus und der Buddhismus. Daneben bestehen Ahnenkulte, schamanische Traditionen, Naturreligionen und zahlreiche regionale Glaubensformen. Religion bestimmt vielerorts Gesetze, Herrschaft, Moral, Feste und den Umgang mit Geburt, Leben und Tod. In einer Welt voller Seuchen, Kriege, Hungersnöte und übernatürlicher Schrecken suchen die Menschen in Gebeten, heiligen Schriften, Opfergaben und Ritualen nach Erlösung und Schutz. Priester, Mönche, Gelehrte und Heiler bewahren Wissen über Flüche, Geister und andere finstere Erscheinungen. Manche retten Verfolgte und verteidigen ihre Gemeinden gegen das Böse. Andere nutzen Angst und Aberglauben, um Ketzer, Andersvölker und Hexen zu verfolgen.
GRIECHISCHES PANTHEON
Das griechische Pantheon wurde einst von Zeus und den Göttern des Olymps beherrscht. Zu seinen bedeutendsten Numina gehören Hera, Poseidon, Athene, Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hermes, Hephaistos, Demeter und Dionysos. Hades herrscht über die Unterwelt. Der Olymp war der angestammte Sitz der griechischen Götter. Von dort aus bestimmten sie über Himmel, Meer, Krieg, Weisheit, Liebe, Handwerk, Fruchtbarkeit und zahlreiche weitere Bereiche des Lebens. Nach ihrer Niederlage im Krieg gegen die römischen Götter verloren sie ihren Herrschaftssitz. Die geschlagenen Numina des griechischen Pantheons zogen sich in verfallene Tempel, vergessene Grotten, entlegene Inseln und verborgene Bereiche der Welt zurück. Im Jahr 1500 bestehen nur noch vereinzelte Kulte und verstreute Anhänger. Ihre Opferstätten liegen häufig unter Ruinen oder christlichen Bauwerken verborgen.
RÖMISCHES PANTHEON
Das römische Pantheon wird von Jupiter angeführt. Zu seinen bedeutendsten Numina gehören Juno, Neptun, Minerva, Mars, Venus, Mercurius, Vulcanus, Ceres, Diana, Pluto und Janus. Mit dem Aufstieg Roms gewannen die römischen Götter zahlreiche Anhänger. Tempel, Staatskulte, Legionen und Opferzeremonien stärkten ihre Macht über viele Jahrhunderte. Jupiter erhob Anspruch auf den Olymp und forderte die Herrschaft des Zeus heraus. Auch die übrigen römischen Götter wandten sich gegen ihre griechischen Gegenstücke. So begann der lange Krieg um den Olymp. Schließlich gelang es den römischen Göttern, das griechische Pantheon zu verdrängen und dessen Heiligtümer zu besetzen. Ihr Sieg währte jedoch nicht ewig. Mit der Ausbreitung des Christentums wurden ihre Tempel geschlossen und ihre Statuen zerschlagen. Im Jahr 1500 sind viele römische Numina nur noch Schatten ihrer einstigen Größe. Verborgene Priesterschaften suchen nach verborgenen Zeichen, Tempeln und heiligen Waffen, um die gefallenen Götter erneut zu stärken.
NORDISCHES PANTHEON
Das nordische Pantheon umfasst die Asen und die mit ihnen verbündeten Wanen. Zu den bedeutendsten Asen gehören Odin, Frigg, Thor, Tyr, Balder, Loki, Heimdall und Bragi. Zu den bekanntesten Wanen zählen Njörd, Freyr und Freyja. Asgard ist der Sitz der nordischen Götter. Im Jahr 1500 ist ihre öffentliche Verehrung fast vollständig verschwunden. Kirchen stehen an Orten, an denen einst Opferfeuer brannten und viele alte Haine wurden gefällt oder verflucht. Dennoch bewahren abgelegene Siedlungen, alte Familien und geheime Kultgemeinschaften die Namen und Riten der alten Götter. In besonders harten Wintern werden erneut Opfer an vergessenen Steinen niedergelegt. Waffen, Runensteine und andere Kultgegenstände können noch immer die Macht der alten Numina in sich bergen – oder ihren Zorn.
ÄGYPTISCHES PANTHEON
Das ägyptische Pantheon umfasst zahlreiche Numina, die mit Sonne, Tod, Wiedergeburt, Herrschaft, Wissen, Magie und den Kräften des Nils verbunden sind. Zu den bedeutendsten gehören Re, Isis, Osiris, Horus, Anubis, Thot, Hathor, Bastet und Seth. Viele ägyptische Numina besitzen unterschiedliche Erscheinungsformen und können mit bestimmten Tieren, Orten oder Naturkräften verbunden sein. Neben schützenden und ordnenden Gottheiten gehören auch feindliche, strafende und zerstörerische Mächte zur ägyptischen Glaubenswelt. Im Jahr 1500 ist ihre öffentliche Verehrung weitgehend verschwunden. Ihre Tempel liegen unter Wüstensand begraben, ihre Namen wurden aus Inschriften geschlagen und ihre Priesterlinien beinahe ausgelöscht. Dennoch ist ihre Macht nicht erloschen. In versiegelten Grabkammern warten uralte Wächter, während Geheimbünde nach verbotenen Totenbüchern suchen. Manche Priesterfamilien bewahren die alten Riten, andere verehren dunkle Mächte und nähren durch Opfer und verbotene Zeremonien jene finsteren Kreaturen, die seit Jahrtausenden unter den Gräbern Ägyptens lauern.
CHINESISCHE GÖTTERWELT
Die chinesische Götterwelt vereint daoistische, buddhistische und volkstümliche Überlieferungen mit Ahnenverehrung und zahlreichen örtlichen Kulten. Zu den bedeutendsten verehrten Gestalten gehören der Jadekaiser, die Drei Reinen, Guanyin, die Drachenkönige sowie zahlreiche Himmels-, Stadt-, Haus- und Naturgottheiten. Auch vergöttlichte Ahnen, Gelehrte, Krieger und andere historische Persönlichkeiten können eigene Tempel und Anhänger besitzen. Im Jahr 1500 ist ihre Verehrung ein lebendiger Bestandteil der chinesischen Gesellschaft. Tempel, Klöster, Schreine und Hausaltäre dienen dem Gebet, der Darbringung von Opfergaben und der Ehrung der Ahnen. Doch nicht jeder Tempel wird noch von einer wohlwollenden Macht beschützt. In verlassenen Schreinen sammeln sich hungrige Geister, zornige Ahnen und namenlose Wesen. Heilige Berge, Höhlen, Flüsse und uralte Tempelanlagen bergen große Macht. Manche werden von frommen Gemeinschaften bewacht, andere sind von Dämonen, Geistern oder Untoten besetzt.
JAPANISCHE GÖTTERWELT
Die japanische Götterwelt umfasst unzählige Kami sowie zahlreiche buddhistische Schutzwesen und verehrte Gestalten. Zu den bekanntesten Kami gehören Amaterasu, Susanoo, Tsukuyomi, Inari und Hachiman. Kami können mit Naturerscheinungen, Landschaften, Tieren, Ahnen, Familien, Berufen oder bestimmten Orten verbunden sein. Buddhistische und einheimische Traditionen sind eng miteinander verflochten und werden an vielen heiligen Orten gemeinsam gepflegt. Im Jahr 1500 werden die Kami und buddhistischen Schutzmächte weiterhin öffentlich verehrt. Der Krieg zwischen Fürsten und Kriegerfamilien entweiht jedoch zahllose Tempel und Schreine. Verbrannte Dörfer hinterlassen ruhelose Tote, während beleidigte Kami Seuchen, Missernten und Unwetter über jene bringen, die ihre heiligen Orte schänden.
MYTHANDRIANISCHES PANTHEON
Das mythandrianische Pantheon umfasst die Götter Echinons, die Teufel Vwargols und die Totems Asvaleris. An der Spitze der Götter stehen Ion, der Vater und Ginevra, die Mutter. Zu ihren bedeutendsten Nachkommen gehören Valeria, Dargon, Horeas, Ogrim, Itras, Feruna, Angral und Mallakhor. Die ältesten Teufel dieses Pantheons sind Sythis, die Königin des Wandels, und Dargoroth, der Weltenbrecher. Von ihnen stammen zahlreiche Teufelinnen und Teufel ab, die für Furcht, Krankheit, Zerstörung, Schmerz, Zwietracht und andere Schrecken stehen. Zu den ältesten Totems gehören Ena, Ugo, Ira und Aki. Sie verkörpern Pflanzen, Pilze, Tiere und Elemente. Ihre Nachkommen stehen für zahlreiche weitere Kräfte und Erscheinungen der Natur. Nach dem Verschwinden Mythandrias im Nebel der Zeit gingen viele Tempel, Heiligtümer und Priesterschaften verloren. Zahlreiche Götter und Totems verloren erheblich an Macht, während Teufel und Dämonen scheinbar überall lauern und auf dem Vormarsch sind. Im Jahr 1500 werden sie nur noch von wenigen Andersvölkern, überlebenden Priesterfamilien und verborgenen Kultgemeinschaften verehrt. Nur noch verstreute Statuen, Schriften und Artefakte erinnern an ihre einstige Macht.
WEITERE GLAUBENSWELTEN
Neben den großen Pantheons bestehen zahlreiche weitere Glaubenswelten. Dazu gehören keltische, slawische und baltische Pantheons sowie die Numina verschiedener afrikanischer, asiatischer, mesoamerikanischer und andiner Kulturen. Manche werden noch von großen Gemeinschaften verehrt. Andere sind fast vollständig verschwunden und leben nur in Sagen, Volksbräuchen oder geheimen Kulten weiter. Vergessene Gottheiten schlafen in versunkenen Tempeln, während zornige Totems sich gegen jene wenden, die ihre Wälder, Flüsse oder heiligen Tiere entweihen. Teufel hingegen gewinnen immer mehr Anhänger und Macht. Verzweiflung, Hass, Furcht und das Verlangen nach Rache treiben unzählige Anhänger in ihre Arme, sodass das kosmische Gleichgewicht immer weiter zugunsten der dunklen Mächte der Nagoch zu kippen scheint.