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CHRONIK ANNO TERRORIS

(Chronik der SCHRECKENSZEIT)

 

„Ich bin Kalyr, erster Chronos der Erde und ich möchte euch von einer Zeit erzählen, in der die Welt von Dunkelheit und Schrecken erfüllt war – denn ich war dabei. Mythandria war im Nebel der Zeit verschwunden. Doch auf der übrigen Welt, in vergessenen Wäldern, unter uralten Ruinen und in den Tiefen der Meere erwachten Wesen, die niemals hätten existieren dürfen. Tote erhoben sich aus ihren Gräbern, dämonische Bestien jagten im Schutz der Nacht und uralte dunkle Mächte flüsterten den Menschen in ihren Träumen zu. Königreiche entstanden und zerfielen schon nach kurzer Zeit. Krieger, Jäger, Priester und Gelehrte stellten sich dem Grauen entgegen, während Angst, Aberglaube und Wahnsinn die Herzen der Menschen erfüllten. Nacht und Tag wurden zum Reich der Monster. Diese Ära nennen wir Chronos Anno Terroris, die Schreckenszeit. Ich will euch nun die düsteren Geschichten und Legenden dieser finsteren Epoche erzählen – und geleite euch in eine Welt voller Monster, Geheimnisse und uralter Schrecken.“

 

RÜCKBLICK ANNO MAGICAE

Am Ende des letzten großen Dras-Krieges der Ätherzeit stellen sich die Völker und Mächte Mythandrias gemeinsam den Heerscharen der Dras’Shar entgegen. Dabei tritt der Plan des Dras-Königs, die gesamte Welt den Mächten der Nagoch auszuliefern, immer deutlicher zutage. Die Arkanen Krieger versuchen, die Pläne der Dras’Shar endgültig zu vereiteln, und bereiten gemeinsam mit dem Volk der Traumlinge ein gewaltiges kosmisches Konglomerat vor. Doch der Chronos Thrar’Modas ist längst von der Macht Themokh’Thars korrumpiert worden. Um jeden Preis will er das Ritual verhindern. Kalyr, ebenfalls ein Chronos und Beobachter der Erde, stellt sich ihm entgegen. Im Kampf der beiden Zeitwächter unterliegt Kalyr jedoch seinem Widersacher. Thrar’Modas gelingt es, das Ritual der Traumlinge zu sabotieren – mit verheerenden Folgen.

 

Unvorstellbare Schrecken und monströse Kreaturen dringen durch mehrere der großen Portale. Jedes dieser uralten Bauwerke bildet eine Brücke durch Raum und Zeit. So erscheinen die Wesen nicht nur an verschiedenen Orten der Welt, sondern auch in unterschiedlichen Zeitaltern. Wo immer sie auftauchen, verbreiten sie Angst, Wahnsinn und Verderben. Die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden, dem Reich der Toten und den dunklen Sphären beginnen zu zerfallen. Eine Zukunft des blanken Horrors offenbart sich: Untote wandeln durch verlassene Straßen, Vampire herrschen über verfallene Adelshäuser und namenlose Wesen lauern in den Wäldern, Sümpfen und Ruinen der alten Welt. Die wenigen Überlebenden verschanzen sich in befestigten Städten, Klöstern und abgelegenen Siedlungen. Jäger, Exorzisten, Alchemisten und Magier stellen sich den Kreaturen der Nacht entgegen. Doch niemand weiß, ob sie die Menschheit retten oder durch ihre Taten nur noch größere Schrecken entfesseln werden.

 

DIE ANTIKE

Die Antike ist eine Zeit großer Reiche, gewaltiger Städte und mächtiger Götter, doch dahinter verbergen sich Grausamkeit und unvorstellbare Schrecken. Könige herrschen mit Gewalt, Kriege vernichten ganze Völker und Gefangene werden versklavt oder den Göttern geopfert. Seuchen verbreiten sich in überfüllten Städten, Hungersnöte treiben Menschen zur Verzweiflung und auf den Meeren lauern skrupellose Piraten, Ungeheuer und vergessene finstere Mächte. Zwischen Menschen und Andersvölkern entstehen bisweilen Bündnisse, häufiger jedoch Feindschaften und blutige Konflikte, während Zauberer, Kulte und Priester nach verbotenem Wissen greifen. Selbst die größten Reiche stehen stets am Rand des Untergangs.

 

um 9700 v. u. Z. – Atlantischer Ozean, Atlantis: Jenseits der Säulen des Herakles verliebt sich der Meeresgott Poseidon in die sterbliche Kleito. Um sie zu schützen, umgibt er den Hügel, auf dem sie lebt, mit abwechselnden Ringen aus Land und Wasser. Aus ihrer Verbindung gehen fünf Zwillingspaare hervor.

um 9680 v. u. Z. – Atlantis: Poseidon teilt die Insel unter seinen zehn Söhnen auf. Der älteste Sohn Atlas erhält die Oberherrschaft über die übrigen Könige. Nach ihm werden die Insel und das sie umgebende Meer benannt.

um 9650 v. u. Z. – Atlantis: Die Bewohner verbinden die konzentrischen Land- und Wasserringe durch Kanäle und Brücken. Im Zentrum der Hauptstadt entstehen ein Palast und ein großer Tempel des Poseidon. Die Atlanter gewinnen Gold, Kupfer, Oreichalkos und Mythernium und errichten eine mächtige Flotte.

um 9620 v. u. Z. – Atlantis: Die zehn Könige versammeln sich regelmäßig im Tempel des Poseidon. Dort jagen sie einen Stier ohne eiserne Waffen, opfern ihn und schwören, nach den Gesetzen Poseidons zu herrschen und einander nicht zu bekriegen.

um 9605 v. u. Z. – Atlantis: Über viele Generationen vergessen die Herrscher ihre göttlichen Verpflichtungen. Habgier, Machtstreben und Prunksucht breiten sich aus. Atlantis unterwirft weite Teile der Länder jenseits der Säulen des Herakles und dringt bis nach Nordafrika, Ägypten und Italien vor.

um 9600 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Die Heere von Atlantis greifen die Länder innerhalb der Säulen des Herakles an. Mehrere Völker werden unterworfen. Athen stellt sich den Eroberern entgegen und führt zunächst ein Bündnis mehrerer Reiche an. Als die Verbündeten abfallen, kämpfen die Athener allein weiter und besiegen das atlantische Heer. Nach der Niederlage wenden sich die Götter von Atlantis ab. Plötzlich öffnen sich in den Tiefen unter der Insel gewaltige Spalten. Aus ihnen dringen fremdartige Wesen und schwarze Wassermassen hervor. Erdbeben und Flutwellen verwüsten Atlantis. Innerhalb eines einzigen Tages und einer Nacht versinkt die Insel im Meer. Nur wenige Bewohner entkommen und tragen Teile ihres Wissens nach Ägypten und in andere Länder.

um 2100 v. u. Z. – Mesopotamien, Uruk: König Gilgamesch herrscht mit großer Härte über Uruk. Um ihm einen ebenbürtigen Gegner entgegenzustellen, erschaffen die Götter den wilden Enkidu. Nach einem gewaltigen Ringkampf werden beide zu engen Gefährten.

um 2095 v. u. Z. – Mesopotamien, Zedernwald: Gilgamesch und Enkidu ziehen in den heiligen Zedernwald. Dort stellen sie sich Humbaba, dem monströsen Wächter des Waldes. Mit der Hilfe des Sonnengottes Schamasch überwältigen und erschlagen sie ihn.

um 2090 v. u. Z. – Mesopotamien, Uruk: Nach ihrer Rückkehr weist Gilgamesch die Göttin Ischtar zurück. Aus Rache schickt sie den Himmelsstier gegen Uruk. Gilgamesch und Enkidu töten das Wesen, doch die Götter beschließen daraufhin Enkidus Tod.

um 2089 v. u. Z. – Mesopotamien, Uruk: Enkidu erkrankt schwer und stirbt. Gilgamesch lässt seinen Leichnam mehrere Tage aufbahren und weigert sich, seinen Tod anzuerkennen. Als die Verwesung einsetzt, beginnt er seine Suche nach Unsterblichkeit.

um 2085 v. u. Z. – Mesopotamien: Gilgamesch verlässt Uruk und sucht Utnapischtim, den einzigen Menschen, dem die Götter nach der großen Flut ewiges Leben verliehen haben. Auf seiner Reise durchquert er das Gebirge Maschu und erreicht die Wasser des Todes.

um 2084 v. u. Z. – Jenseits der Wasser des Todes: Utnapischtim erzählt Gilgamesch von der großen Flut und stellt ihn auf die Probe. Gilgamesch scheitert, erhält jedoch eine Pflanze, die verlorene Jugend zurückgeben kann. Während Gilgamesch in einer Quelle badet, wird ihm die Pflanze von einer Schlange gestohlen. Die Schlange häutet sich und erhält ihre Jugend zurück. Gilgamesch kehrt ohne Unsterblichkeit nach Uruk zurück und erkennt, dass nur seine Taten, seine Bauwerke und die Erinnerung an seinen Namen fortbestehen werden.

um 1600 v. u. Z. – Ägäis, Insel Thera: Unter dem Vulkan erwacht ein gewaltiger Schrecken. Die dadurch ausgelösten Erdbeben und Eruptionen zerstören große Teile der Insel. Flutwellen verwüsten zahlreiche Küstenstädte im östlichen Mittelmeer.

um 1500 v. u. Z. – Kleinasien und Kaukasus: Einige Gruppen von Zwergen erreichen die Gebirge und errichten verborgene Siedlungen in alten Höhlen und verlassenen Bergwerken. Ihr Wissen über Metalle und Schmiedekunst gelangt nach und nach zu den umliegenden Völkern.

um 1250 v. u. Z. – Griechenland, Iolkos: Iason kehrt nach Iolkos zurück, um den Thron seines Vaters Aison von König Pelias zurückzufordern. Da ein Orakel Pelias vor einem Mann mit nur einer Sandale gewarnt hat, erkennt er in Iason eine Gefahr. Er verspricht ihm die Herrschaft, falls dieser das Goldene Vlies aus dem fernen Kolchis zurückbringt.

um 1249 v. u. Z. – Griechenland, Iolkos: Der Schiffbauer Argos errichtet unter der Aufsicht der Göttin Athene das Schiff Argo. In den Bug wird ein Stück sprechendes Holz aus dem heiligen Hain von Dodona eingesetzt. Iason versammelt zahlreiche Helden, darunter Herakles, Orpheus, Kastor, Polydeukes, Peleus und die geflügelten Brüder Kalais und Zetes. Sie werden nach ihrem Schiff die Argonauten genannt.

um 1248 v. u. Z. – Ägäis, Lemnos: Die Argonauten erreichen die Insel Lemnos, deren Frauen zuvor fast alle Männer getötet haben. Königin Hypsipyle nimmt Iason auf. Die Argonauten bleiben mehrere Monate auf der Insel, bis Herakles sie zur Weiterreise drängt.

um 1247 v. u. Z. – Mysien: Während eines Aufenthalts wird Iasons Gefährte Hylas von Nymphen in eine Quelle gezogen. Herakles und Polyphemos bleiben zurück, um nach ihm zu suchen. Die Argo setzt ihre Reise ohne sie fort.

um 1246 v. u. Z. – Thrakien: Die Argonauten treffen auf den blinden Seher Phineus, dem die Harpyien jede Mahlzeit rauben und beschmutzen. Kalais und Zetes vertreiben die geflügelten Schrecken. Zum Dank verrät Phineus den Argonauten, wie sie die Symplegaden durchqueren können.

um 1246 v. u. Z. – Bosporus: Die Argo erreicht die Symplegaden, zwei Felsen, die zusammenschlagen und jedes Schiff zermalmen. Die Argonauten lassen zunächst eine Taube hindurchfliegen. Als die Felsen hinter ihr auseinanderweichen, rudern sie mit aller Kraft durch die Meerenge. Nur der hinterste Teil des Schiffes wird beschädigt. Danach bleiben die Felsen für immer voneinander getrennt.

um 1245 v. u. Z. – Kolchis: Iason fordert von König Aietes das Goldene Vlies. Der König erklärt sich nur bereit, es herauszugeben, wenn Iason zwei feuerspeiende Stiere mit bronzenen Hufen bezwingt, mit ihnen ein Feld pflügt und dort die Zähne eines Drachen aussät.

um 1245 v. u. Z. – Kolchis: Medea, die Tochter des Königs und eine mächtige Zauberin, verliebt sich durch das Wirken der Götter in Iason. Er verspricht, sie zu heiraten und mit nach Griechenland zu nehmen. Medea gibt ihm eine Salbe, die ihn für einen Tag gegen Feuer und Eisen schützt.

um 1245 v. u. Z. – Kolchis: Iason spannt die feuerspeienden Stiere vor den Pflug und sät die Drachenzähne aus. Aus dem Boden wachsen bewaffnete Krieger. Iason wirft einen Stein zwischen sie, woraufhin sie einander angreifen und töten.

um 1245 v. u. Z. – Kolchis, Hain des Ares: Da Aietes sein Versprechen nicht halten will, führt Medea Iason zum Goldenen Vlies. Es hängt an einem Baum und wird von einem schrecklichen Drachen bewacht, der niemals schläft. Medea schläfert das Wesen mit Kräutern und Zaubersprüchen ein. Iason nimmt das Vlies an sich und flieht mit Medea und den Argonauten.

um 1244 v. u. Z. – Schwarzes Meer: König Aietes verfolgt die Argo. Medeas Bruder Apsyrtos wird während der Flucht von Iason erschlagen und von Medea zerstückelt, um die Verfolger aufzuhalten. Für die Tat werden Iason und Medea später von der Zauberin Kirke entsühnt.

um 1243 v. u. Z. – Mittelmeer: Auf der Rückreise begegnen die Argonauten den Sirenen. Orpheus übertönt ihren Gesang mit seiner Leier. Später müssen sie an Skylla und Charybdis vorbei und erreichen schließlich Kreta, wo der bronzene Riese Talos die Küste bewacht. Medea bringt ihn durch Zauberei zu Fall.

um 1242 v. u. Z. – Griechenland, Iolkos: Iason kehrt mit Medea und dem Goldenen Vlies nach Iolkos zurück, doch Pelias verweigert ihm weiterhin den Thron. Medea führt Pelias’ Töchtern vor, wie sie einen alten Widder zerstückelt, in einem Kessel kocht und als junges Tier wiedererweckt. Im Glauben, ihren Vater auf dieselbe Weise verjüngen zu können, töten und zerstückeln die Töchter Pelias. Medea verweigert jedoch das vollendende Ritual, sodass Pelias stirbt. Sein Sohn Akastos übernimmt die Herrschaft und verbannt Iason und Medea aus Iolkos.

um 1200 v. u. Z. – Östliches Mittelmeer: Zahlreiche Reiche und Städte gehen innerhalb weniger Jahrzehnte unter. Ganze Völker verlassen ihre Heimat auf der Flucht vor Hungersnöten, Kriegen und monströsen Kreaturen.

um 1200 v. u. Z. – Europa und Vorderasien: Während des Untergangs zahlreicher Reiche erscheinen erstmals größere Gruppen der Andersvölker (z. B. Elfen, Zwerge und Tiermenschen). Einige fliehen vor den Schrecken dieser Zeit, andere nutzen das Chaos, um eigene Siedlungen zu gründen. In menschlichen Überlieferungen werden sie als Waldgeister, Dämonen, Halbgötter oder verwunschene Völker beschrieben.

um 1195 v. u. Z. – Griechenland: Bei der Hochzeit des Peleus und der Meeresgöttin Thetis wirft Eris, die Göttin der Zwietracht, einen goldenen Apfel unter die Gäste. Er trägt die Aufschrift „Der Schönsten“. Hera, Athene und Aphrodite beanspruchen den Apfel für sich und bestimmen den trojanischen Prinzen Paris zu ihrem Schiedsrichter. Hera verspricht Paris die Herrschaft über mächtige Reiche, Athene Weisheit und den Sieg in jeder Schlacht. Aphrodite bietet ihm die Liebe der schönsten Frau der Welt an. Paris entscheidet sich für Aphrodite und zieht dadurch den Zorn Heras und Athenes auf Troja.

um 1193 v. u. Z. – Griechenland, Sparta: Paris wird am Hof König Menelaos’ aufgenommen. Mit Aphrodites Hilfe gewinnt er die Liebe der Königin Helena und verlässt mit ihr Sparta. Menelaos ruft die früheren Freier Helenas auf, ihren Eid zu erfüllen und gemeinsam gegen Troja zu ziehen.

um 1192 v. u. Z. – Griechenland, Aulis: Unter der Führung Agamemnons versammelt sich eine große griechische Flotte. Artemis verhindert durch Windstille die Abfahrt. Der Seher Kalchas verkündet, Agamemnon müsse seine Tochter Iphigenie opfern. Agamemnon lockt sie unter dem Vorwand einer Hochzeit mit Achilles nach Aulis und lässt sie auf dem Altar der Göttin töten. Erst danach setzt der Wind ein und die Flotte kann nach Troja aufbrechen.

um 1191 v. u. Z. – Kleinasien, Troja: Die Griechen erreichen die trojanische Küste und beginnen die Belagerung der Stadt. Der erste Grieche, der das Land betritt, soll sterben. Protesilaos springt dennoch an Land und wird kurz darauf von Hektor erschlagen.

um 1182 v. u. Z. – Kleinasien, Troja: Nach neun Jahren Krieg sind zahlreiche Städte im Umland Trojas zerstört, doch die Mauern der Stadt halten stand. Die Griechen plündern die Umgebung und verschleppen Gefangene. Agamemnon nimmt Chryseis, die Tochter eines Apollonpriesters, als Beute. Als er ihre Freilassung verweigert, schickt Apollon eine Seuche in das griechische Lager.

um 1181 v. u. Z. – Kleinasien, Troja: Agamemnon gibt Chryseis zurück, nimmt Achilles jedoch dessen Gefangene Briseis. Achilles fühlt sich entehrt und verweigert fortan den Kampf. Ohne seinen stärksten Krieger gerät das griechische Heer zunehmend in Bedrängnis. Hektor führt die Trojaner bis zu den griechischen Schiffen. Patroklos trägt die Rüstung des Achilles, um die Trojaner zurückzudrängen. Er wird zunächst von Apollon geschwächt und anschließend von Hektor getötet. Hektor nimmt die Rüstung des Achilles an sich. Vom Tod seines Gefährten erfüllt, kehrt Achilles in die Schlacht zurück. Seine Mutter Thetis erhält vom Schmiedegott Hephaistos eine neue Rüstung für ihn. Achilles treibt die Trojaner hinter ihre Mauern und erschlägt Hektor im Zweikampf. Anschließend bindet er dessen Leichnam an seinen Wagen und schleift ihn um die Stadt. König Priamos schleicht sich mit der Hilfe des Gottes Hermes in das Lager der Griechen. Er bittet Achilles um den Leichnam seines Sohnes und erinnert ihn an dessen eigenen Vater. Achilles gibt Hektors Körper frei und gewährt den Trojanern Zeit für die Bestattung.

um 1180 v. u. Z. – Kleinasien, Troja: Paris trifft Achilles mit einem Pfeil an der Ferse. Apollon lenkt den Schuss auf die einzige verwundbare Stelle des Kriegers. Achilles stirbt. Seine Rüstung fällt nach einem Streit nicht an Ajax, sondern an Odysseus. Ajax verfällt daraufhin dem Wahnsinn und tötet sich selbst. Der trojanische Seher Helenos wird von den Griechen gefangen genommen. Er offenbart, dass Troja nur fallen kann, wenn die Griechen den Bogen des Herakles, Neoptolemos, den Sohn des Achilles, und das heilige Palladion in ihren Besitz bringen. Odysseus und Diomedes dringen heimlich in die Stadt ein und stehlen das Palladion aus dem Tempel der Athene.

um 1179 v. u. Z. – Kleinasien, Troja: Auf den Rat des Odysseus bauen die Griechen ein gewaltiges hölzernes Pferd. Eine Gruppe ausgewählter Krieger verbirgt sich darin, während die übrige Flotte scheinbar abzieht. Der zurückgelassene Grieche Sinon überzeugt die Trojaner, das Pferd sei eine Opfergabe an Athene. Die Seherin Kassandra warnt davor, das Pferd in die Stadt zu bringen, doch niemand glaubt ihren Weissagungen. Auch der Priester Laokoon warnt vor der griechischen List und stößt seine Lanze in das Pferd. Kurz darauf steigen zwei gewaltige Schlangen aus dem Meer und töten ihn und seine Söhne. Die Trojaner deuten dies als göttliches Zeichen und ziehen das Pferd in die Stadt. In der Nacht verlassen die griechischen Krieger das Pferd und öffnen die Stadttore. Das zurückgekehrte Heer dringt in Troja ein. König Priamos wird am Altar des Zeus erschlagen, Astyanax, der junge Sohn Hektors, von den Mauern geworfen und die Frauen der königlichen Familie werden versklavt. Kassandra wird aus dem Tempel der Athene gezerrt. 

um 1179 v. u. Z. – Ägäis: Nach der Plünderung Trojas wenden sich die Götter gegen viele der siegreichen Griechen, da sie Tempel geschändet und Schutzsuchende ermordet haben. Ihre Flotten geraten auf der Heimreise in schwere Stürme. Einige Heerführer sterben, andere erreichen ihre Heimat erst nach Jahren. Odysseus beginnt seine lange Irrfahrt.

um 1179 v. u. Z. – Thrakien, Ismaros: Nach dem Fall Trojas überfallen Odysseus und seine Gefährten die Stadt der Kikonen. Sie plündern die Häuser und teilen die Beute untereinander auf. Odysseus drängt zum sofortigen Aufbruch, doch seine Männer bleiben, trinken Wein und schlachten Vieh. Verstärkung aus dem Landesinneren greift das Lager an. Odysseus verliert sechs Männer von jedem seiner zwölf Schiffe. Anschließend schickt Zeus einen schweren Sturm gegen die Flotte. Neun Tage lang werden die Schiffe über das Meer getrieben und weit von ihrem Kurs nach Ithaka abgebracht.

um 1179 v. u. Z. – Land der Lotophagen: Odysseus schickt drei Männer aus, um das unbekannte Land zu erkunden. Die Bewohner geben ihnen Lotosfrüchte zu essen. Danach vergessen die Männer ihre Heimat und wollen für immer bei den Lotophagen bleiben. Odysseus lässt sie mit Gewalt zu den Schiffen zurückbringen und an die Ruderbänke fesseln.

um 1178 v. u. Z. – Insel der Kyklopen: Odysseus und zwölf Gefährten betreten die Höhle des Kyklopen Polyphemos. Das einäugige Wesen verschließt den Eingang mit einem gewaltigen Felsblock und frisst mehrere Griechen. Odysseus gibt sich als „Niemand“ aus, macht Polyphemos mit starkem Wein betrunken und blendet ihn mit einem glühenden Pfahl. Odysseus und seine Gefährten entkommen aus der Höhle, indem sie sich unter den Schafen des Polyphemos festbinden. Vom Schiff aus verspottet Odysseus den geblendeten Kyklopen und nennt ihm seinen wahren Namen. Polyphemos bittet daraufhin seinen Vater Poseidon, Odysseus’ Heimkehr zu verhindern und alle seine Gefährten sterben zu lassen.

um 1178 v. u. Z. – Insel des Aiolos: Der Windgott Aiolos nimmt Odysseus auf und übergibt ihm einen verschlossenen Schlauch, in dem alle ungünstigen Winde gebannt sind. Nach neun Tagen erreicht die Flotte beinahe Ithaka. Während Odysseus schläft, öffnen seine Gefährten den Schlauch, weil sie darin Gold vermuten. Die entfesselten Winde treiben die Schiffe zurück zu Aiolos, der jede weitere Hilfe verweigert.

um 1178 v. u. Z. – Land der Laistrygonen: Die Flotte erreicht die Stadt der riesenhaften Laistrygonen. Deren König Antiphates erschlägt einen Kundschafter und lässt die übrigen Bewohner angreifen. Die Laistrygonen zertrümmern die Schiffe mit Felsbrocken und fressen die Besatzungen. Nur das Schiff des Odysseus entkommt.

um 1177 v. u. Z. – Insel Aiaia: Die Zauberin Kirke verwandelt einen Teil von Odysseus’ Gefährten in Schweine. Der Gott Hermes gibt Odysseus das Kraut Moly, das ihn vor ihrem Zauber schützt. Odysseus zwingt Kirke, seine Männer zurückzuverwandeln. Die Griechen bleiben ein Jahr lang auf ihrer Insel. Als Odysseus die Heimreise fortsetzen will, erklärt Kirke ihm, dass er zuvor in das Reich der Toten hinabsteigen und den Seher Teiresias befragen müsse. Noch vor der Abfahrt stürzt der Gefährte Elpenor betrunken vom Dach ihres Hauses und stirbt. Sein Leichnam bleibt zunächst unbestattet zurück.

um 1176 v. u. Z. – Am Rand des Okeanos: Odysseus erreicht das Totenreich und opfert den Verstorbenen Blut. Der Geist des Teiresias warnt ihn davor, die heiligen Rinder des Sonnengottes Helios anzurühren. Odysseus begegnet seiner verstorbenen Mutter Antikleia sowie den Geistern Agamemnons, Achilles’ und anderer Gefallener des Trojanischen Krieges.

um 1176 v. u. Z. – Insel Aiaia: Odysseus kehrt zu Kirke zurück und bestattet Elpenor. Kirke warnt ihn vor den Sirenen, den Meeresungeheuern Skylla und Charybdis sowie den Rindern des Helios. Danach lässt sie ihn und seine Gefährten weiterziehen.

um 1176 v. u. Z. – Insel der Sirenen: Odysseus verschließt seinen Männern die Ohren mit Wachs. Da er selbst den Gesang der Sirenen hören will, lässt er sich an den Mast binden. Die Sirenen versprechen ihm Wissen über Troja und alle Geschehnisse der Welt. Odysseus verlangt, losgebunden zu werden, doch seine Gefährten ziehen die Fesseln nur noch enger.

um 1176 v. u. Z. – Meerenge von Skylla und Charybdis: Odysseus steuert sein Schiff zwischen der sechs­köpfigen Bestie Skylla und dem gewaltigen Strudel Charybdis hindurch. Skylla greift vom Felsen herab und verschlingt sechs seiner Gefährten. Odysseus kann ihnen nicht helfen und setzt die Fahrt fort.

um 1176 v. u. Z. – Insel Thrinakia: Trotz der Warnungen des Teiresias und der Kirke landen die Griechen auf der Insel des Sonnengottes Helios. Ein lang anhaltender Sturm hindert sie an der Weiterfahrt. Als die Vorräte ausgehen, schlachten Odysseus’ Männer während seiner Abwesenheit die heiligen Rinder. Helios fordert die Bestrafung der Griechen. Nachdem das Schiff die Insel verlassen hat, zerschmettert Zeus es mit einem Blitz. Sämtliche Gefährten des Odysseus ertrinken. Odysseus überlebt allein und wird nach mehreren Tagen auf die Insel Ogygia getrieben.

um 1176–1169 v. u. Z. – Insel Ogygia: Die Nymphe Kalypso nimmt Odysseus auf und hält ihn sieben Jahre auf ihrer Insel fest. Sie bietet ihm Unsterblichkeit und ewige Jugend an, falls er bei ihr bleibt. Odysseus lehnt ab und sehnt sich weiterhin nach Penelope und Ithaka. Auf Befehl des Zeus überbringt Hermes Kalypso die Anweisung, Odysseus freizulassen. Odysseus baut ein Floß und verlässt die Insel. Poseidon entdeckt ihn auf dem Meer und zerstört das Floß in einem Sturm. Mithilfe der Meeresgöttin Ino erreicht Odysseus schwimmend das Land der Phaiaken.

um 1169 v. u. Z. – Scheria: Nausikaa, die Tochter König Alkinoos’, findet Odysseus nackt und erschöpft am Strand. Sie versorgt ihn mit Kleidung und weist ihm den Weg zum Palast. Am Hof der Phaiaken berichtet Odysseus von seinen Irrfahrten. Alkinoos lässt ihn schließlich mit einem Schiff nach Ithaka bringen.

um 1169 v. u. Z. – Ithaka: Die Phaiaken setzen den schlafenden Odysseus mit reichen Geschenken an der Küste Ithakas ab. Poseidon versteinert ihr zurückkehrendes Schiff als Strafe für die geleistete Hilfe. Athene verwandelt Odysseus in einen alten Bettler, damit er die Lage in seinem Haus erkunden kann. In Odysseus’ Abwesenheit haben zahlreiche Freier seinen Palast besetzt, seine Vorräte aufgezehrt und Penelope zur Heirat gedrängt. Penelope verspricht, einen von ihnen zu wählen, sobald sie das Leichentuch für Odysseus’ Vater Laertes vollendet hat. Drei Jahre lang trennt sie nachts heimlich wieder auf, was sie am Tag gewebt hat. Odysseus gibt sich zunächst nur seinem Sohn Telemachos und wenigen treuen Dienern zu erkennen. Sein alter Hund Argos erkennt ihn trotz der Verkleidung, stirbt jedoch unmittelbar danach. Die Dienerin Eurykleia entdeckt beim Waschen seiner Füße eine alte Narbe, bewahrt aber sein Geheimnis. Penelope erklärt, sie werde den Mann heiraten, der Odysseus’ Bogen spannen und einen Pfeil durch die Öffnungen von zwölf hintereinander aufgestellten Äxten schießen kann. Keiner der Freier vermag den Bogen zu spannen. Der als Bettler verkleidete Odysseus besteht die Prüfung und gibt sich zu erkennen. Odysseus, Telemachos und ihre Verbündeten verriegeln die Ausgänge des Saales und töten die Freier. Auch jene Diener, die mit ihnen zusammengearbeitet haben, werden bestraft. Penelope prüft Odysseus, indem sie vorgibt, ihr gemeinsames Bett versetzen zu lassen. Odysseus widerspricht, da er das Bett selbst um einen lebenden Ölbaum gebaut hat. Penelope erkennt daran, dass ihr Mann zurückgekehrt ist.

um 1169 v. u. Z. – Ithaka: Die Familien der getöteten Freier greifen Odysseus an. Laertes, Odysseus’ alter Vater, tötet deren Anführer Eupeithes. Athene beendet den Kampf und zwingt beide Seiten zum Frieden. Nach zwanzig Jahren Krieg und Irrfahrt übernimmt Odysseus erneut die Herrschaft über Ithaka.

um 700 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Elfen, Tiermenschen und andere Andersvölker leben vereinzelt in griechischen Städten und Hafenorten. Viele verbergen ihre Herkunft oder geben sich als Angehörige fremder Völker aus. Begegnungen mit ihnen bilden die Grundlage zahlreicher Berichte über Nymphen, Satyrn, Faune und andere Mischwesen.

480 v. u. Z. – Griechenland, Thermopylen: König Leonidas und 300 spartanische Krieger stellen sich mit ihren Verbündeten dem persischen Heer entgegen. Während der Schlacht greifen aus den Felsspalten und Höhlen der Thermopylen monströse Kreaturen an. Griechen und Perser kämpfen zeitweise gemeinsam gegen die Schrecken. Leonidas und seine verbliebenen Krieger halten den Pass, damit die Überlebenden entkommen können, und fallen schließlich im Kampf.

464 v. u. Z. – Griechenland, Sparta: Ein schweres Erdbeben zerstört große Teile der Stadt. Dadurch gelangen mehrere unterirdische Schrecken an die Oberfläche. Während die Spartaner gegen die Kreaturen kämpfen, erheben sich die Heloten gegen ihre geschwächten Herren.

430–426 v. u. Z. – Griechenland, Athen: Während des Peloponnesischen Krieges bricht in Athen eine schwere Seuche aus. Einige Verstorbene erheben sich kurz nach ihrem Tod erneut und greifen die Lebenden an. Ganze Häuser werden mitsamt ihren Bewohnern verbrannt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

373 v. u. Z. – Griechenland, Helike: Ein Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle vernichten die Stadt Helike. Zuvor hatten Angehörige eines geheimen Kultes versucht, eine Kreatur aus den Tiefen des Meeres zu beschwören.

um 300 v. u. Z. – Alpen und Mitteleuropa: Zwergische Bergleute schließen erste geheime Handelsabkommen mit keltischen Stämmen. Sie liefern hochwertiges Eisen, Waffen und Werkzeuge, verlangen dafür jedoch, dass die Zugänge zu ihren unterirdischen Siedlungen verborgen bleiben.

221 v. u. Z. – China: Qin Shihuangdi vereinigt die chinesischen Reiche und wird zum ersten Kaiser Chinas. Aus Angst vor dem Tod lässt er nach einem Mittel der Unsterblichkeit suchen. Seine Alchemisten machen ihn dadurch zu einem schrecklichen Wesen, das anschließend unter seinem gewaltigen Grabmal eingeschlossen wird.

218 v. u. Z. – Alpen: Hannibal überquert mit seinem karthagischen Heer und mehreren Kriegselefanten die Alpen. Eisige Stürme, Lawinen und Angriffe feindlicher Bergstämme fordern zahlreiche Opfer. Nur ein Teil des Heeres erreicht schließlich Italien.

9 – Germanien, Teutoburger Wald: Arminius lockt drei römische Legionen unter dem Statthalter Varus in einen Hinterhalt. Während eines schweren Unwetters greifen neben den germanischen Kriegern auch monströse Wesen aus den Wäldern an. Die Legionen werden nahezu vollständig vernichtet. Nur wenige Überlebende erreichen den Rhein.

79 – Römisches Reich, Pompeji und Herculaneum: Der Vesuv bricht aus und begräbt mehrere Städte unter Asche und Gestein. Wenige Tage zuvor war in einem Gewölbe unter Pompeji ein uraltes Artefakt geöffnet worden. In der erkalteten Asche werden später auch die Überreste unbekannter Kreaturen gefunden.

um 100 – Römisches Reich: Menschen und Andersvölker dienen vereinzelt gemeinsam in den römischen Legionen. Offiziell werden sie als Angehörige entfernter Provinzen geführt. Tiermenschen und Orks werden wegen ihrer Kraft häufig als Hilfstruppen, Gladiatoren oder Leibwächter eingesetzt.

165–180 – Römisches Reich: Eine verheerende Seuche breitet sich unter den heimkehrenden Legionären aus und erfasst große Teile des Reiches. Einige Erkrankte verwandeln sich vor ihrem Tod in rasende Kreaturen. Ganze Dörfer und Stadtviertel werden niedergebrannt, um die Ausbreitung der sogenannten Antoninischen Pest aufzuhalten.

um 250–270 – Römisches Reich: Eine weitere schwere Seuche sucht das Reich heim. In Rom sterben täglich Tausende Menschen. Kultisten sammeln das Blut und die Leichname der Verstorbenen, um damit uralte Wesen zu beschwören. Die Seuche geht später als Cyprianische Pest in die Geschichte ein.

365 – Östliches Mittelmeer, Alexandria: Ein starkes Erdbeben löst eine gewaltige Flutwelle aus. Mit dem Meerwasser gelangen zahlreiche Kreaturen aus der Tiefe in die Straßen Alexandrias. Römische Soldaten kämpfen mehrere Tage gegen die Wesen, bevor die überfluteten Stadtteile abgeriegelt werden.

um 400 – Europa: Mit dem Zerfall der römischen Ordnung verlassen viele Andersvölker ihre verborgenen Zufluchtsorte. Einige schließen sich wandernden Stämmen an, andere gründen eigene befestigte Siedlungen. Zugleich nehmen Verfolgungen zu, da sie vielerorts für Seuchen, Hungersnöte und das Erscheinen der Schrecken verantwortlich gemacht werden.

410 – Römisches Reich, Rom: Die Westgoten unter König Alarich erobern und plündern Rom. Während der Kämpfe werden unter der Stadt versiegelte Katakomben geöffnet. Untote und andere Schrecken gelangen an die Oberfläche und fallen über Einwohner wie Eroberer her. Nach drei Tagen verlassen die Westgoten die Stadt wieder.

476 – Weströmisches Reich: Der germanische Heerführer Odoaker setzt den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab. Das Reich ist durch Kriege, Seuchen und die ständigen Angriffe monströser Kreaturen geschwächt. Mit seinem Untergang endet die Antike und eine neue, noch dunklere Zeit beginnt.


FRÜHMITTELALTER

Mit dem Untergang des Weströmischen Reiches zerbricht die alte Ordnung. Straßen verfallen, Städte entvölkern sich und einst sichere Grenzen stehen offen. Kriege, Seuchen und Hungersnöte zwingen ganze Völker zur Flucht. Zwischen den Ruinen erheben sich Räuber, fanatische Kulte, untote Schrecken und dämonische Kreaturen. Menschen und Andersvölker kämpfen um Land, Nahrung und Schutz, während Könige gegeneinander Krieg führen und selbst befestigte Siedlungen kaum Sicherheit bieten.

 

um 450 – Britannien: Uther und sein älterer Bruder Aurelius Ambrosius wachsen im Exil in der Bretagne auf. Ihr Vater Konstantin II. war ermordet worden, während der Usurpator Vortigern die Herrschaft über Britannien an sich gerissen und sächsische Krieger ins Land gerufen hatte.

um 458 – Cornwall, Tintagel: Igraine und Herzog Gorlois bekommen ihre erste Tochter Morgause. Sie heiratet später König Lot von Orkney und Lothian. Aus der Ehe gehen Gawain, Agravain, Gaheris und Gareth hervor, die später Ritter der Tafelrunde werden.

um 460 – Britannien: Aurelius Ambrosius und Uther kehren mit einem Heer aus der Bretagne zurück. Sie besiegen Vortigerns Anhänger und beginnen einen langen Krieg gegen die sächsischen Anführer Hengist und Horsa, die von einigen Andersvölkern unterstützt werden. Uther erweist sich als einer der bedeutendsten Heerführer seines Bruders und begegnet erstmals dem Seher und Zauberer Merlin. Dieser dient Aurelius als Ratgeber und warnt vor Verrat, sächsischen Angriffen und den dunklen Mächten, die in Britannien wirken. Nach Merlins Überzeugung müssen sich Menschen und Andersvölker verbünden, um diesen Mächten widerstehen zu können. Uther begegnet seinen Weissagungen zunächst mit Misstrauen, da er Magie und Andersvölker verabscheut.

um 461 – Cornwall, Tintagel: Igraine und Herzog Gorlois bekommen ihre zweite Tochter Elaine. Sie heiratet später König Nentres von Garlot. Ihr Sohn Galeschin wird später als Ritter in die Tafelrunde aufgenommen.

um 464 – Cornwall, Tintagel: Igraine und Herzog Gorlois bekommen eine dritte Tochter namens Morgana. Schon als Kind zeigt sie eine ungewöhnliche Begabung für Heilkunst, Weissagung und Magie.

um 464 – Wales: Vortigern zieht sich nach mehreren Niederlagen in eine stark befestigte Burg zurück. Aurelius Ambrosius und Uther belagern die Anlage. Merlin hatte zuvor geweissagt, dass Vortigern an diesem Ort sterben werde. Schließlich wird die Burg in Brand gesetzt, und Vortigern kommt mit seinen Gefolgsleuten in den Flammen ums Leben. Mit seinem Tod endet seine Herrschaft, doch der Krieg gegen die Sachsen dauert an.

um 465 – Britannien und Irland: Aurelius Ambrosius beschließt, für die britischen Adligen, die durch den Verrat des Sachsenführers Hengist getötet wurden, ein gewaltiges Grabmal zu errichten. Merlin rät ihm, den sogenannten Tanz der Riesen vom Berg Killaraus in Irland nach Britannien bringen zu lassen. Uther zieht daraufhin gemeinsam mit Merlin und 15.000 Kriegern nach Irland. Nach einem Kampf gegen König Gillomanius versuchen die Briten vergeblich, die gewaltigen Steine mit Seilen, Leitern und Hebevorrichtungen zu bewegen. Erst Merlin gelingt es mithilfe seiner geheimnisvollen Maschinen und seiner Magie, die Steine zu lösen, zu den Schiffen zu bringen und nach Britannien zu transportieren. Auf der Salisbury-Ebene richtet er sie in derselben Ordnung wieder auf, in der sie auf dem Berg Killaraus gestanden haben. Das Bauwerk wird fortan als Stonehenge bekannt und dient später auch als Grabstätte für Aurelius Ambrosius und Uther Pendragon.

um 470 – Britannien: König Aurelius Ambrosius wird durch einen als Heiler verkleideten sächsischen Gesandten vergiftet. Zur gleichen Zeit erscheint am Himmel ein großer Komet, dessen Schweif die Gestalt eines Drachen anzunehmen scheint. Merlin deutet das Zeichen als Ankündigung von Aurelius’ Tod und Uthers bevorstehender Herrschaft. Aurelius stirbt an der Vergiftung. Uther besteigt den Thron und nimmt den Namen Pendragon, „Haupt des Drachen“, an. Er lässt zwei goldene Drachen anfertigen. Einer wird im Grabmal seines Bruders im Steinkreis von Stonehenge aufgestellt, der andere fortan als Feldzeichen vor Uthers Heer getragen.

um 472 – Britannien: Uther führt mehrere Feldzüge gegen die Sachsen und besiegt ihre Könige Octa und Eosa. Dabei kommt es auch immer wieder zu Konflikten und blutigen Auseinandersetzungen mit Andersvölkern. Trotz seiner Siege bleibt seine Herrschaft unsicher, da zahlreiche britische Fürsten eigene Ansprüche verfolgen und wiederholt gegen ihn aufbegehren. Merlin warnt Uther, dass er auf die Hilfe der Andersvölker angewiesen sein wird, wenn er seine Herrschaft behaupten und den dunklen Mächten in Britannien widerstehen will.

um 475 – Cornwall: Bei einem Fest begegnet Uther Igraine, der Gemahlin des Herzogs Gorlois von Cornwall, und begehrt sie. Gorlois verlässt mit seiner Frau den Hof und verschanzt sich in seinen Burgen. Uther erklärt ihm daraufhin den Krieg. Gorlois befestigt sich in Dimilioc, während Igraine in der schwer zugänglichen Burg Tintagel untergebracht wird. Da Uther die Burg nicht einnehmen kann, bittet er Merlin um Hilfe. Der Zauberer verleiht ihm durch Magie das Aussehen des Herzogs. In der Gestalt des Gorlois gelangt Uther nach Tintagel und verbringt die Nacht mit Igraine. Noch in derselben Nacht fällt der wirkliche Gorlois im Kampf gegen Uthers Truppen. Aus der Verbindung Uthers und Igraines wird Artus gezeugt.

um 476 – Britannien: Nach dem Tod des Gorlois heiratet Uther Igraine und macht sie zu seiner Königin. Morgause, Elaine und Morgana werden dadurch zu den älteren Halbschwestern des neugeborenen Artus. Uther misstraut Morganas übernatürlichen Fähigkeiten und lässt sie aus Tintagel fortbringen. Sie wird in einem abgelegenen Kloster unterrichtet, wo sie Lesen, Heilkunde, Astronomie und die sieben freien Künste erlernt. Im Land häufen sich Berichte über dunkle Magie, untote Kreaturen und dämonische Erscheinungen. Uther lässt daraufhin jede Form von Magie verbieten und macht die Andersvölker für die zunehmenden Schrecken verantwortlich. Merlin widersetzt sich dem Befehl und flieht mit dem neugeborenen Artus. Das Kind wird heimlich dem Ritter Ector anvertraut und wächst fern vom königlichen Hof auf.

um 480 – Britannien: Uther setzt den Kampf gegen die Sachsen fort und kann mehrere verlorene Gebiete zurückerobern. Seine Herrschaft wird jedoch zunehmend durch innere Aufstände, Verrat, seine nachlassende Gesundheit und die immer häufiger auftretenden dunklen Vorkommnisse geschwächt.

um 485 – Britannien: Morgana entdeckt in den verborgenen Archiven des Klosters alte, verbotene Schriften. Heimlich beginnt sie, Magie zu studieren.

um 490 – Britannien, Verulamium: Während einer schweren Erkrankung lässt sich Uther in einer Sänfte auf das Schlachtfeld tragen. Seine Anwesenheit ermutigt die Briten, die Sachsen zu besiegen. Seine Feinde erkennen jedoch, dass der König kaum noch selbst kämpfen kann.

um 490 – Nordeuropa: Sigi, ein Sohn Odins, erschlägt den Knecht Bredi und verbirgt dessen Leichnam. Als die Tat entdeckt wird, erklären ihn die Götter und sein eigenes Volk für friedlos. Sigi flieht aus seiner Heimat, sammelt Krieger um sich und errichtet schließlich ein eigenes Reich.

um 491 – Britannien, Verulamium: Sächsische Kundschafter vergiften eine Quelle, aus der Uther regelmäßig trinkt. Der König und zahlreiche Angehörige seines Hofes sterben an dem vergifteten Wasser. Uther wird neben seinem Bruder Aurelius im Steinkreis von Stonehenge bestattet. Nach Uthers Tod nimmt Merlin das Schwert des verstorbenen Königs an sich und bringt es in eine Schmiede. Dort stößt er die Klinge mithilfe seiner Magie durch einen eisernen Amboss und tief in den darunterliegenden Stein. Auf dem Amboss erscheinen die Worte: „Wer dieses Schwert aus Stein und Amboss zieht, ist der rechtmäßige König Britanniens.“ Weder Gewalt noch Zauberei vermögen die Klinge wieder zu lösen. Da sein Sohn Artus im Verborgenen lebt und seine Herkunft nur wenigen bekannt ist, bleibt der Thron zunächst ohne allgemein anerkannten Erben. Mehrere britische Fürsten kämpfen um die Herrschaft, während die Sachsen erneut in die geschwächten Reiche vordringen. Überall erwachen verborgene Schrecken und breiten sich in Wäldern, Bergen, Flüssen und Seen aus. Niemand scheint mehr sicher zu sein.

um 492 – Britannien, an einem abgelegenen See: Der Zwergenschmied Durgan begegnet beim Angeln Nymue, der Herrin vom See, einem Totem der kosmischen Macht Asvaleris. Sie überreicht ihm einen Klumpen reinen Mytherniums und bittet ihn, daraus ein magisches Asthari-Schwert zu schmieden. 

um 494 – Britannien: Nach Monaten vollendet Durgan das Schwert aus reinem Mythernium. Nymue nennt die Klinge Excalibur und nimmt sie mit sich. Gemeinsam mit einer verzauberten Scheide, die ihren Träger vor schwerem Blutverlust bewahrt, verbirgt sie das Schwert in ihrem Reich unter den Wassern eines abgelegenen Sees. Dort soll es verbleiben, bis ein würdiger Herrscher seiner bedarf.

um 495 – Nordeuropa: Sigi wird von den Brüdern seiner Gemahlin überfallen und getötet. Sein Sohn Rerir sammelt ein Heer, rächt den Mord und übernimmt die Herrschaft seines Vaters. Da Rerir und seine Gemahlin lange kinderlos bleiben, bitten sie die Götter um einen Erben.

um 500 – Britannien: Nach dem Tod König Uther Pendragons bleibt die Nachfolge lange ungeklärt, und das Land versinkt im Chaos. Merlin führt den jungen Artus zu jener Schmiede, in deren Amboss und Fundament Uthers Schwert steckt. Zahlreiche Fürsten und Ritter haben bereits vergeblich versucht, die Klinge herauszuziehen. Artus umfasst den Griff und löst das Schwert mühelos aus Amboss und Stein. Die Inschrift beginnt in silbernem Licht zu leuchten. Merlin offenbart Artus als Sohn Uther Pendragons und rechtmäßigen König Britanniens.

um 500 – Nordeuropa: Odin und Frigg senden dem kinderlosen Königspaar durch eine Wunschmaid einen wundersamen Apfel. Rerirs Gemahlin wird daraufhin schwanger, trägt das Kind jedoch sechs Jahre lang in ihrem Leib. Als sie erkennt, dass sie die Geburt nicht überleben wird, lässt sie das Kind aus ihrem Körper schneiden. Der Knabe erhält den Namen Völsung und wächst zu einem mächtigen König heran.

um 501 – Britannien, Caerleon: Während König Lot gegen Artus’ Herrschaft rebelliert, kommt Morgause als vermeintliche Gesandte an den Hof ihres Halbbruders. Sie soll den jungen König für ihren Gemahl ausspionieren. Weder Artus noch Morgause wissen zu diesem Zeitpunkt, dass sie Halbgeschwister sind. Sie verbringen eine Nacht miteinander, und Morgause empfängt Mordred, den sie neun Monate später zur Welt bringt.

um 502 – Britannien: Artus begegnet König Pellinore, der seit Jahren das geheimnisvolle Suchende Tier verfolgt. Zwischen beiden kommt es zu einem erbitterten Zweikampf. Pellinore erweist sich als der erfahrenere Kämpfer und zerbricht Uthers Schwert im Kampf. Als Artus wehrlos am Boden liegt, greift Merlin mit seiner Magie ein und bewahrt ihn vor dem Tod. Später versöhnen sich Artus und Pellinore, der schließlich zu einem der angesehensten Ritter der Tafelrunde wird. Seine Söhne Percival und Lamorak sollen ebenfalls große Berühmtheit erlangen. Nach dem Verlust von Uthers Schwert führt Merlin Artus zu einem abgelegenen See. Aus den Wassern erhebt sich eine Hand, die ein Schwert emporhält. Nymue, die Herrin vom See, erscheint und überreicht Artus die von Durgan geschmiedete Mytherniumklinge Excalibur. Zugleich erhält er eine verzauberte Scheide, die verhindert, dass ihr Träger durch Blutverlust stirbt. Nymue warnt Artus, dass die Scheide eines Tages wertvoller sein werde als das Schwert selbst.

um 502 – Britannien: Merlin offenbart Artus, dass ein in diesem Jahr geborenes Kind einst den König und sein Reich zugrunde richten werde. Aus Furcht vor der Weissagung lässt Artus alle Knaben, die an einem bestimmten Maitag geboren wurden, auf ein Schiff bringen. Das Schiff zerschellt in einem Sturm, und die Kinder sterben. Mordred wird jedoch an Land gespült und überlebt. Artus erfährt zunächst nichts davon.

um 503 – Britannien, Camelot: Artus lässt auf einem strategisch gelegenen Hügel eine mächtige Festung errichten, die zum Mittelpunkt seines jungen Reiches werden soll. Menschen, Zwerge und andere verbündete Andersvölker arbeiten gemeinsam an Mauern, Türmen und unterirdischen Gewölben. Zwergische Baumeister verstärken die Fundamente und versehen die Tore mit Schutzzeichen gegen dunkle Magie und untote Wesen. Im Zentrum der Anlage entstehen der königliche Palast, eine große Halle, Unterkünfte für die Ritter sowie Archive, Schmieden und Kapellen. Artus nennt die Festung Camelot und erklärt sie zu einem Zufluchtsort für alle hellen Mächte der Astharia, die bereit sind, Britannien gegen die dunklen Mächte der Nagoch zu verteidigen.

um 505 – Britannien, Camelot: Artus heiratet Guinevere, macht sie zur Königin und erhält von ihrem Vater König Leodegrance die Tafelrunde als Hochzeitsgeschenk.

um 508 – Britannien, Schloss Pellams: Der Ritter Balin verfolgt den unsichtbaren Ritter Garlon, der zahlreiche Krieger heimtückisch erschlagen hat. Während eines Festes am Hof König Pellams erkennt Balin ihn und tötet ihn. Pellam, Garlons Bruder, greift Balin daraufhin an und zerbricht dessen Schwert. Auf der Suche nach einer neuen Waffe ergreift Balin eine heilige Lanze, mit der einst die Seite Christi durchbohrt worden sein soll, und verwundet Pellam schwer. Der sogenannte Schmerzensschlag bringt die Burg zum Einsturz und verwandelt das umliegende Reich in eine verwüstete Einöde. Pellam bleibt als verstümmelter König zurück.

um 510 – Britannien, Camelot: Artus versammelt die bedeutendsten Krieger seines Reiches an der Tafelrunde. Viele seiner Ritter gehören zugleich dem Asthari-Kriegerbund an und ziehen gegen finstere Kulte, verfluchte Wesen und monströse Kreaturen in den Kampf. Auch Artus’ Halbschwester Morgana lebt zeitweise am Hof. Sie gilt als mächtige Hexe und Meisterin der Verwandlung, Heilkunst und Täuschung.

um 510 – Britannien, Camelot: Lancelot vom See kommt an Artus’ Hof und wird in die Tafelrunde aufgenommen. Durch seine Tapferkeit, seine Kampfkraft und zahlreiche Siege erlangt er bald den Ruf, der größte Ritter seiner Zeit zu sein. Zwischen ihm und Königin Guinevere entsteht eine verbotene Liebe, die zunächst verborgen bleibt und später zum Zerfall der Tafelrunde beitragen wird.

um 511 – Corbenic: Elaine, die Tochter des Gralskönigs Pelles, begehrt Lancelot. Mithilfe einer Zauberin nimmt sie für eine Nacht die Gestalt Guineveres an und täuscht ihn. Aus ihrer Verbindung wird Galahad gezeugt, dessen Geburt seit Langem als Voraussetzung für die Vollendung der Gralssuche vorhergesagt worden war.

516 – Britannien, Badon: Artus führt die vereinten Briten in der Schlacht am Mons Badonicus gegen ein großes sächsisches Heer. Mithilfe Excaliburs und der Zauberkünste Merlins erringen seine Krieger einen entscheidenden Sieg. Merlin begehrt Nymue, die Herrin vom See, und folgt ihr trotz ihrer Zurückweisung. Nymue verspricht, bei ihm zu bleiben, wenn er sie in seinen geheimsten Zauberkünsten unterweist. Obwohl Merlin voraussieht, dass sie ihn eines Tages gefangen setzen wird, kann er sich nicht von ihr lösen. Nymue verwendet schließlich sein eigenes Wissen gegen ihn und schließt ihn in einem multitemporalen Gefängnis ein. Dadurch verschwindet Merlin aus der Welt der Menschen und aus allen Epochen des Chronomicons.

um 520 – Dänemark: Die Halle Heorot wird von der monströsen Kreatur Grendel heimgesucht. Der gautische Krieger Beowulf kommt König Hrothgar zu Hilfe und erschlägt zunächst Grendel und anschließend dessen rachsüchtige Mutter.

um 520 – Nordeuropa, Halle König Völsungs: König Völsung heiratet Hljöd, die Tochter eines Riesen und einer Wunschmaid. Aus ihrer Verbindung gehen zehn Söhne und die Tochter Signy hervor. Die ältesten Kinder, Sigmund und Signy, sind Zwillinge. Völsung lässt eine gewaltige Halle um einen lebenden Baum errichten, dessen Stamm als Barnstokkr durch das Gebäude ragt.

um 524 – Britannien: Morgana entwendet Excalibur und dessen verzauberte Scheide und lässt Artus eine täuschend echte Nachbildung zurück. Die echte Klinge übergibt sie ihrem Geliebten Accolon, der Artus in einem Zweikampf töten soll. Nymue erkennt die Täuschung und greift zugunsten des Königs ein. Artus besiegt Accolon und erhält Excalibur zurück. Morgana kann entkommen und wirft die schützende Scheide des Schwertes in einen See, sodass Artus fortan nicht mehr vor schwerem Blutverlust bewahrt wird.

um 525 – Britannien: Morgana zieht sich zeitweise vom Hof Camelots zurück und beginnt, gegen Artus und Guinevere zu intrigieren. Mordred wächst währenddessen im Umfeld des Hauses Orkney auf, unter dem Schutz seiner Mutter Morgause und der Familie König Lots. Gemeinsam mit seinen Halbbrüdern Gawain, Agravain, Gaheris und Gareth wird er im höfischen Leben und im Kriegshandwerk unterwiesen. Seine wahre Abstammung als Sohn Artus’ bleibt ihm zunächst verborgen.

um 526 – Britannien: Lamorak gerät wegen seiner Feindschaft mit den Söhnen König Lots in einen Hinterhalt. Gawain, Agravain, Gaheris und Mordred greifen ihn gemeinsam an. Obwohl Lamorak sich lange gegen seine Gegner behauptet und zahlreiche Wunden erleidet, wird er schließlich von Mordred hinterrücks erschlagen.

um 528 – Britannien, Camelot: Am Pfingsttag wird der junge Galahad nach Camelot gebracht. Ein alter Ritter führt ihn zum Gefährlichen Sitz an der Tafelrunde, der laut Merlin allein für jenen bestimmt ist, der die Suche nach dem Heiligen Gral vollenden wird. Da jeder Unwürdige beim Versuch, den Sitz einzunehmen, sterben würde, beobachten die Anwesenden Galahad voller Furcht. Er setzt sich jedoch unbeschadet nieder und erfüllt damit eine alte Weissagung.

um 529 – Britannien, Camelot: Der Heilige Gral erscheint den Rittern der Tafelrunde in einem von Licht erfüllten Saal, bleibt jedoch verhüllt. Daraufhin schwören die Ritter, nach ihm zu suchen und seine Geheimnisse zu enthüllen. Artus erkennt, dass dieser Schwur seine Gefolgschaft zerstreuen und viele seiner Ritter das Leben kosten wird, kann sie jedoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Die Suche führt die Ritter durch verwüstete Länder, verfluchte Burgen und von Schrecken beherrschte Gebiete. Viele von ihnen verlieren dabei ihr Leben, verfallen dem Wahnsinn oder verschwinden spurlos.

um 530 – Nordeuropa, Halle König Völsungs: Signy wird gegen ihren Willen mit König Siggeir von Gautland vermählt. Während des Hochzeitsfestes erscheint ein einäugiger Fremder, den niemand als Odin erkennt. Er stößt ein Schwert bis zum Griff in den Stamm des Barnstokkr und verkündet, dass die Klinge jenem gehören soll, der sie herausziehen kann. Nur Sigmund vermag das Schwert aus dem Baum zu lösen. Siggeir bietet ihm Gold dafür, doch Sigmund weigert sich, die Waffe herauszugeben.

um 531 – Gautland: König Siggeir lockt Völsung und dessen Söhne unter dem Vorwand eines Gastmahls nach Gautland. Signy warnt ihre Familie vor dem Verrat, doch Völsung weigert sich, vor der Gefahr zu fliehen. Siggeirs Krieger überfallen die Völsungen. König Völsung fällt, während seine zehn Söhne gefangen genommen und im Wald festgebunden werden.

um 531 – Gautland: Jede Nacht erscheint eine gewaltige Wölfin und verschlingt einen der gefesselten Brüder. Signy lässt Sigmunds Gesicht mit Honig bestreichen. Als die Wölfin ihn ableckt, beißt Sigmund ihr die Zunge ab und tötet sie. Als einziger Sohn Völsungs entkommt er und verbirgt sich fortan in den Wäldern.

um 532 – Sarras: Galahad, Percival und Bors erreichen mit dem Heiligen Gral die Stadt Sarras. Nachdem Galahad die Geheimnisse des Grals geschaut hat, bittet er darum, aus der sterblichen Welt scheiden zu dürfen. Seine Seele wird von Engeln in den Himmel getragen, während eine geheimnisvolle Hand den Gral an sich nimmt. Percival zieht sich daraufhin als Einsiedler zurück. Bors kehrt allein nach Camelot zurück und berichtet Artus vom Ende der Gralssuche.

um 533 – Gallien: Der römische Kaiser Lucius Hiberius fordert von Artus die erneute Zahlung des Tributs, den Britannien einst an Rom entrichtet hatte. Artus verweigert die Forderung und erklärt stattdessen seinen eigenen Anspruch auf die römische Kaiserwürde. Mit einem großen Heer setzt er nach Gallien über und stellt sich den Truppen des Lucius entgegen. In einer verlustreichen Schlacht besiegen Artus und die Ritter der Tafelrunde das römische Heer; Lucius fällt im Kampf. Artus lässt den Leichnam des Kaisers nach Rom senden und erklärt, dies sei der einzige Tribut, den Britannien künftig entrichten werde. Bevor er jedoch selbst gegen Rom ziehen kann, zwingen ihn Nachrichten über wachsende Unruhen zur Rückkehr nach Britannien.

um 533 – Sarras: Percival stirbt nach etwa einem Jahr als Einsiedler und wird neben Galahad bestattet.

um 533 – Cornwall: König Mark überrascht Tristan, während dieser unbewaffnet bei Isolde verweilt, und verwundet ihn hinterrücks mit einer tödlichen Waffe. Tristan stirbt an seinen Verletzungen. Isolde folgt ihm bald darauf in den Tod.

um 535 – Britannien und Gallien: Agravain und Mordred stellen Lancelot eine Falle und überraschen ihn bei Guinevere. Lancelot entkommt und tötet dabei Agravain sowie mehrere Ritter. Guinevere wird anschließend wegen Hochverrats zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Lancelot befreit sie gewaltsam und erschlägt dabei unbeabsichtigt Gareth und Gaheris, die unbewaffnet anwesend sind. Gawain schwört daraufhin Rache und drängt Artus zu einem Krieg gegen Lancelot. Artus zieht mit seinem Heer nach Gallien und überträgt Mordred während seiner Abwesenheit die Herrschaft über Britannien. Mordred verbreitet jedoch die Nachricht, Artus sei gefallen, lässt sich zum König krönen und versucht, Guinevere zur Heirat zu zwingen.

um 535 – Gautland: Signy schickt nacheinander ihre beiden Söhne zu Sigmund, doch keiner erweist sich als stark genug für die geplante Rache. Mithilfe einer Zauberin tauscht Signy ihre Gestalt und verbringt unerkannt mehrere Nächte mit ihrem Bruder. Aus dieser Verbindung wird Sinfjötli geboren, der die Härte und Kraft des Völsungengeschlechts besitzt.

536 – Gallien und Britannien: Gawain wird im Zweikampf mit Lancelot erneut an einer alten Kopfwunde verletzt. Nach seiner Rückkehr nach Britannien bricht die Wunde im Kampf gegen Mordreds Truppen wieder auf. Sterbend erkennt Gawain, dass sein Rachedurst zum Zerfall der Tafelrunde beigetragen hat. Er schreibt Lancelot einen Brief, bittet ihn um Vergebung und fordert ihn auf, Artus gegen Mordred beizustehen.

536 – Europa und Asien: Ein dichter Schleier verdunkelt über viele Monate den Himmel. Die Temperaturen sinken, Ernten fallen aus und Hungersnöte breiten sich aus. In zahlreichen Ländern gilt die anhaltende Dunkelheit als Vorzeichen des nahenden Weltendes.

537 – Britannien, Camlann: Artus kehrt nach Britannien zurück und stellt sich dem Heer Mordreds entgegen. Während Friedensverhandlungen zieht ein Ritter sein Schwert, um eine Schlange zu töten. Beide Heere halten dies für den Beginn eines Angriffs, und eine erbitterte Schlacht entbrennt. Nahezu alle Krieger beider Seiten fallen. Artus durchbohrt Mordred mit einem Speer, wird von ihm jedoch tödlich am Kopf verwundet. Lucan wird in der Schlacht schwer verwundet. Nach dem Kampf hilft er Bedivere, den sterbenden Artus vom Schlachtfeld zu tragen. Dabei brechen seine Wunden erneut auf, und Lucan stirbt vor den Augen seines Königs. Der schwer verwundete Artus befiehlt seinem letzten getreuen Ritter Bedivere, Excalibur in einen See zu werfen. Bedivere zögert zunächst und versucht zweimal, das Schwert zu behalten. Erst beim dritten Versuch schleudert er die Klinge ins Wasser. Eine Hand erhebt sich aus den Fluten, fängt Excalibur auf und zieht es unter die Oberfläche. Ein geheimnisvolles Schiff erscheint am Ufer. An Bord befinden sich Morgana und mehrere schwarz gekleidete Königinnen. Sie nehmen den verwundeten Artus auf und bringen ihn nach Avalon, wo seine Wunden behandelt werden sollen. Bedivere bleibt zurück. Ob Artus auf Avalon stirbt oder eines Tages zurückkehren wird, bleibt unbekannt.

541–549 – Byzantinisches Reich: Eine verheerende Pest breitet sich von Ägypten über das Mittelmeer aus und erreicht schließlich Konstantinopel. Millionen Menschen erkranken, ganze Ortschaften werden entvölkert und unzählige Leichen bleiben unbeerdigt zurück.

um 545 – Gautland: Sigmund und Sinfjötli leben als Geächtete im Wald. Zeitweise tragen sie verzauberte Wolfsfelle, durch die sie selbst die Gestalt reißender Wölfe annehmen und von wilder Raserei erfüllt werden. Nachdem sie die Felle ablegen und verbrennen können, bereiten sie gemeinsam den Untergang König Siggeirs vor.

um 547 – Gautland: Sigmund und Sinfjötli dringen in Siggeirs Halle ein, werden jedoch entdeckt und lebendig in einem Hügelgrab eingeschlossen. Signy lässt ihnen heimlich Sigmunds Schwert zukommen. Mit der Klinge durchtrennen sie die Steine des Grabes, entkommen und setzen Siggeirs Halle in Brand. Signy offenbart Sigmund, dass Sinfjötli ihr gemeinsamer Sohn ist. Danach betritt sie freiwillig die brennende Halle und stirbt mit König Siggeir.

um 550 – Hunaland: Sigmund kehrt in seine Heimat zurück und errichtet die Herrschaft der Völsungen neu. Sein Sohn Helgi besiegt König Hunding und dessen Söhne und gewinnt die Walküre Sigrun zur Frau. Später wird Helgi von Dag, einem Bruder Sigruns, mit einem von Odin geliehenen Speer erschlagen.

um 552 – Hunaland: Sinfjötli und Borghilds Bruder werben um dieselbe Frau. Sinfjötli tötet seinen Rivalen, woraufhin Königin Borghild Rache schwört. Bei einem Gastmahl reicht sie Sinfjötli vergifteten Met. Sigmund kann das Gift erkennen, doch Sinfjötli trinkt und stirbt. Ein geheimnisvoller Fährmann, bei dem es sich um Odin handelt, nimmt den Leichnam an sich und verschwindet mit ihm.

um 555 – Hunaland: Sigmund verstößt Borghild und heiratet später die junge Königstochter Hjördis. Auch König Lyngvi begehrt Hjördis und zieht gegen Sigmund in den Krieg. Während der Schlacht erscheint Odin als einäugiger Krieger und hält Sigmund seinen Speer entgegen. Sigmunds Schwert zerspringt an der göttlichen Waffe, und der schwer verwundete König erkennt, dass seine Zeit gekommen ist.

um 555 – Hunaland: Hjördis findet den sterbenden Sigmund auf dem Schlachtfeld. Er übergibt ihr die Bruchstücke seines Schwertes und prophezeit, dass ihr ungeborener Sohn daraus einst eine noch mächtigere Klinge erhalten werde. Nach Sigmunds Tod wird Hjördis von Alf, dem Sohn König Hjalpreks, aufgenommen und später dessen Gemahlin.

um 556 – Reich König Hjalpreks: Hjördis bringt Sigmunds Sohn Sigurd zur Welt. Der Knabe wächst am Hof König Hjalpreks auf und wird dem kundigen Schmied Regin zur Erziehung übergeben. Sigurd entwickelt sich zu einem außergewöhnlich starken, klugen und furchtlosen Krieger.

um 570 – Gautenland: Der inzwischen gealterte König Beowulf stellt sich einem Drachen entgegen, der durch den Diebstahl eines goldenen Bechers aus seinem Hort geweckt wurde. Beowulf tötet das Wesen, erliegt jedoch kurz darauf seinen schweren Verletzungen.

um 570 – Reich König Hjalpreks: Sigurd sucht sich aus der königlichen Herde ein Pferd aus. Ein einäugiger alter Mann, in dem sich Odin verbirgt, rät ihm, die Tiere durch einen tiefen Fluss zu treiben. Nur ein graues Pferd schwimmt gegen die Strömung zurück. Sigurd nennt es Grani; es stammt von Odins achtbeinigem Hengst Sleipnir ab.

um 571 – Nordeuropa: Regin erzählt Sigurd vom Ursprung des Hortes, den sein Bruder Fafnir bewacht. Einst erschlug Loki versehentlich Otr, den Bruder Regins und Fafnirs, als dieser in Gestalt eines Otters Fische fing. Otrs Vater Hreidmar verlangte von Odin, Hoenir und Loki als Sühne so viel Gold, dass damit die Haut des Toten vollständig gefüllt und bedeckt werden konnte.

um 571 – Nordeuropa: Loki zwang den Zwerg Andwari, seinen gesamten Schatz herauszugeben. Andwari wollte lediglich den Ring Andwaranaut behalten, doch Loki nahm auch diesen an sich. Daraufhin verfluchte Andwari den Ring und das Gold und verkündete, dass der Schatz jedem Besitzer Verderben und Tod bringen werde. Mit diesem Gold bezahlten die Götter Hreidmar das verlangte Wergeld.

um 572 – Gnitaheide: Fafnir ermordete seinen Vater Hreidmar, nahm den gesamten Hort an sich und verweigerte Regin dessen Anteil. Von Habgier und der Macht des Fluches erfüllt, verwandelte er sich in einen gewaltigen Lindwurm und legte sich auf der Gnitaheide über seinen Schatz. Regin fordert Sigurd auf, Fafnir zu erschlagen und den Tod Hreidmars zu rächen.

um 573 – Reich König Hjalpreks: Regin schmiedet Sigurd zwei Schwerter, doch beide zerbrechen bei der Prüfung. Hjördis übergibt ihrem Sohn daraufhin die Bruchstücke von Sigmunds Klinge. Regin schmiedet sie neu und erschafft das Schwert Gram. Sigurd schlägt damit einen Amboss entzwei und zerteilt anschließend ein auf dem Fluss treibendes Wollbüschel allein durch die Schärfe der Klinge.

um 574 – Hunaland: Bevor Sigurd gegen Fafnir zieht, rächt er seinen Vater. Mit einem Heer greift er König Lyngvi und dessen Brüder an. Sigurd erschlägt Lyngvi und vernichtet jene Männer, die für Sigmunds Tod verantwortlich waren.

um 575 – Gnitaheide: Sigurd gräbt eine Grube in den Weg, den Fafnir auf seinem Weg zur Tränke benutzt. Als der Lindwurm über ihn hinwegkriecht, stößt Sigurd Gram von unten in dessen Leib. Der tödlich verwundete Fafnir warnt ihn vor dem Fluch des Goldes und prophezeit, dass der Hort auch Sigurd den Tod bringen werde. Sigurd nimmt die Warnung nicht an.

um 575 – Gnitaheide: Regin schneidet Fafnir das Herz heraus und fordert Sigurd auf, es über dem Feuer zu braten. Als Sigurd prüft, ob das Herz gar ist, verbrennt er sich den Finger und berührt mit ihm seinen Mund. Durch Fafnirs Blut versteht er plötzlich die Sprache der Vögel. Diese warnen ihn, dass Regin ihn töten und den Hort allein an sich bringen wolle.

um 575 – Gnitaheide: Sigurd enthauptet Regin mit dem Schwert Gram und trinkt das Blut der beiden Brüder. Anschließend nimmt er Fafnirs Gold, den Schreckenshelm und den Ring Andwaranaut an sich. Er belädt Grani mit dem Schatz und verlässt die Gnitaheide.

um 576 – Hindarfjall: Sigurd erblickt auf einem Berg ein von Flammen umgebenes Bauwerk. Darin findet er einen vermeintlichen Krieger in vollständiger Rüstung. Als er den Harnisch aufschneidet, erkennt er eine schlafende Frau. Es ist die Walküre Brynhild, die Odin mit einem Schlafdorn verwundet und zur Ehe bestimmt hatte, weil sie in einer Schlacht entgegen seinem Willen dem falschen König den Sieg schenkte.

um 576 – Hindarfjall: Sigurd erweckt Brynhild. Sie reicht ihm einen mit Zauberzeichen versehenen Trank und unterweist ihn in Siegesrunen, Schutzrunen, Heilrunen und weiteren geheimen Künsten. Sigurd und Brynhild erklären einander ihre Liebe und versprechen, keinen anderen Menschen zu heiraten.

um 577 – Hlymdal: Sigurd begegnet Brynhild später erneut am Hof ihres Ziehvaters Heimir. Brynhild warnt ihn, dass er Gudrun, die Tochter König Gjukis, heiraten werde und ihre eigene Verbindung zum Unglück bestimmt sei. Sigurd erneuert dennoch seinen Treueschwur und schenkt ihr den Ring Andwaranaut.

um 578 – Reich der Gjukungen: Sigurd kommt an den Hof König Gjukis und dessen Gemahlin Grimhild. Grimhild erkennt seinen Reichtum und seine Macht und gibt ihm einen Zaubertrank, durch den er Brynhild und seine Schwüre vergisst. Sigurd heiratet Gudrun. Mit deren Brüdern Gunnar und Högni schließt er Blutsbrüderschaft.

um 579 – Hindarfjall: Gunnar will Brynhild heiraten, doch sie ist von einem gewaltigen Feuerwall umgeben und will nur den Mann nehmen, der hindurchreiten kann. Gunnars Pferd scheut vor den Flammen. Grimhild verwandelt daraufhin Sigurd in Gunnars Gestalt. Sigurd durchquert auf Grani das Feuer, gewinnt Brynhild für Gunnar und nimmt ihr Andwaranaut ab. Drei Nächte liegt er neben ihr, trennt sich jedoch durch das blanke Schwert Gram von ihr.

um 580 – Reich der Gjukungen: Sigurd und Gunnar erhalten ihre ursprünglichen Gestalten zurück. Brynhild heiratet Gunnar und erkennt zunächst nicht, dass Sigurd an seiner Stelle durch das Feuer geritten ist. Sigurd erinnert sich später wieder an seine früheren Schwüre, schweigt jedoch über den Betrug.

um 581 – Reich der Gjukungen: Gudrun und Brynhild geraten beim Baden darüber in Streit, wessen Gemahl der größere Held sei. Gudrun offenbart, dass Sigurd und nicht Gunnar den Feuerwall durchritten habe. Als Beweis zeigt sie Brynhild den Ring Andwaranaut. Brynhild erkennt, dass sie betrogen und ihr Treueschwur gebrochen wurde.

um 581 – Reich der Gjukungen: Brynhild verlangt Sigurds Tod und droht, Gunnar zu verlassen. Gunnar und Högni haben Sigurd Blutsbrüderschaft geschworen und dürfen ihn deshalb nicht selbst töten. Sie reizen ihren jüngeren Bruder Gutthorm durch Zauber und Wolf- sowie Schlangenfleisch zu rasender Wut auf.

um 582 – Reich der Gjukungen: Gutthorm dringt in Sigurds Schlafgemach ein und stößt ihm ein Schwert durch den Leib. Der tödlich verwundete Sigurd schleudert Gram nach seinem fliehenden Mörder und spaltet Gutthorm in zwei Teile. Sigurd stirbt neben Gudrun. Auch Sigurds kleiner Sohn wird auf Brynhilds Verlangen getötet.

um 582 – Reich der Gjukungen: Brynhild bereut Sigurds Tod und durchbohrt sich mit einem Schwert. Sie verlangt, gemeinsam mit Sigurd verbrannt zu werden. Auf dem Scheiterhaufen werden Sigurd, Brynhild, Sigurds Sohn und Gutthorms Leichnam den Flammen übergeben. Zwischen Sigurd und Brynhild liegt erneut das Schwert Gram.

um 585 – Dänemark und Reich der Gjukungen: Gudrun flieht nach Sigurds Tod nach Dänemark. Nach mehreren Jahren findet Grimhild sie und gibt ihr einen Trank, der ihre Trauer und ihren Zorn abschwächt. Gegen ihren Willen wird Gudrun mit dem Hunnenkönig Atli, einem Bruder Brynhilds, verheiratet.

um 590 – Reich der Hunnen: Atli begehrt den Schatz Sigurds, der nach dessen Tod an Gunnar und Högni gefallen ist. Er schickt den Boten Vingi zu den Brüdern und lädt sie an seinen Hof. Gudrun ritzt eine Warnung in Runen, doch Vingi verändert die Zeichen. Obwohl ihre Gemahlinnen Kostbera und Glaumvör durch Runen und prophetische Träume vor der Reise warnen, brechen Gunnar und Högni auf.

um 591 – Reich der Hunnen: Nach ihrer Ankunft werden die Gjukungen von Atlis Kriegern angegriffen. Gunnar und Högni kämpfen lange gegen die Übermacht, werden schließlich jedoch gefangen genommen. Atli verlangt das Versteck des Hortes. Gunnar erklärt, er werde erst sprechen, wenn ihm Högnis Herz gezeigt werde.

um 591 – Reich der Hunnen: Atlis Männer schneiden zunächst einem Knecht das Herz heraus, doch Gunnar erkennt an dessen Zittern, dass es nicht Högnis Herz ist. Danach wird Högni bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten. Er lacht während der Qual. Als Gunnar das Herz seines Bruders sieht, erklärt er, dass nun nur noch er den Ort des Schatzes kenne und das Geheimnis niemals preisgeben werde.

um 591 – Reich der Hunnen: Atli lässt Gunnar gefesselt in eine Schlangengrube werfen. Gudrun bringt ihm heimlich eine Harfe. Obwohl seine Hände gebunden sind, spielt Gunnar das Instrument mit den Zehen und versetzt die Schlangen in Schlaf. Eine große Natter bleibt jedoch wach, beißt ihn in die Brust und tötet ihn.

um 592 – Reich der Hunnen: Gudrun bereitet die Rache für ihre Brüder vor. Sie tötet ihre Söhne Erp und Eitil, die sie mit Atli gezeugt hat, mischt ihr Blut unter den Wein und setzt Atli ihre gebratenen Herzen als Speise vor. Erst nachdem er gegessen und getrunken hat, offenbart sie ihm die Herkunft des Mahls.

um 592 – Reich der Hunnen: In der Nacht erschlagen Gudrun und Hniflung, ein Sohn Högnis, den betrunkenen Atli. Danach setzen sie die Halle in Brand. Atli, seine Krieger und zahlreiche Angehörige seines Hofes kommen in den Flammen um. Der verfluchte Hort bleibt verborgen.

um 593 – Nordmeer: Gudrun versucht, sich im Meer zu ertränken, doch die Wellen tragen sie über das Wasser in das Reich König Jonakrs. Sie heiratet Jonakr und bekommt mit ihm die Söhne Hamdir, Sörli und Erp. Ihre Tochter Svanhild aus der Verbindung mit Sigurd wächst ebenfalls an Jonakrs Hof auf.

um 600 – Europa: Nach dem Untergang Camelots und mehrerer anderer Schutzorte ziehen sich viele Elfen in große Wälder zurück. Tiermenschen und Orks gründen abgelegene Dörfer oder schließen sich menschlichen Siedlungen an. In vielen Regionen entstehen Legenden über Waldvölker, Wechselbälger und wilde Männer.

um 610 – Reich König Jörmunreks: Svanhild wird wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit mit dem mächtigen König Jörmunrek verheiratet. Dessen Ratgeber Bikki verleumdet sie und behauptet, sie habe ein Verhältnis mit Jörmunreks Sohn Randver. Jörmunrek lässt Randver hängen und Svanhild von Pferden zu Tode treten.

um 611 – Reich König Jonakrs: Gudrun fordert Hamdir, Sörli und Erp auf, den Tod ihrer Halbschwester Svanhild zu rächen. Auf dem Weg geraten Hamdir und Sörli mit Erp in Streit und erschlagen ihn. Erst später erkennen sie, dass seine Hilfe für den Erfolg ihres Angriffs notwendig gewesen wäre.

um 611 – Reich König Jörmunreks: Hamdir und Sörli dringen in Jörmunreks Halle ein. Sie schlagen dem König Hände und Füße ab, können ihn jedoch ohne Erps Hilfe nicht enthaupten. Odin erscheint als alter Mann und rät Jörmunreks Kriegern, die Brüder mit Steinen zu erschlagen, da Waffen ihnen kaum Schaden zufügen. Hamdir und Sörli sterben unter einem Hagel aus Felsbrocken. Mit ihrem Tod endet das Geschlecht der Gjukungen und der letzte große Handlungsbogen der Völsunga saga.

732 – Frankenreich, Tours und Poitiers: Das fränkische Heer unter Karl Martell besiegt ein aus dem Süden vorgedrungenes muslimisches Heer. Der Sieg festigt Karl Martells Stellung und stärkt die Macht seiner Familie im Frankenreich.

um 750 – Frankenreich: Karl Martell und seine Nachfolger dulden Andersvölker in ihrem Herrschaftsgebiet, sofern sie dem Reich dienen und Abgaben entrichten. Zwergische Handwerker und tiermenschliche Krieger werden zunehmend an Fürstenhöfen beschäftigt, bleiben rechtlich jedoch von der Gnade ihrer jeweiligen Herren abhängig.

778 – Pyrenäen, Roncesvalles: Beim Rückzug aus Spanien gerät die Nachhut des fränkischen Heeres in einen Hinterhalt. Roland und seine Gefolgsleute werden vollständig aufgerieben. Sein Tod wird später im Rolandslied zu einer großen Heldensage ausgestaltet.

793 – Britannien, Lindisfarne: Nordische Krieger überfallen das Kloster auf der Insel Lindisfarne, plündern dessen Schätze und töten zahlreiche Bewohner. Der Angriff gilt als Beginn einer neuen Epoche der Wikingerüberfälle auf die Küsten Europas.

800 – Frankenreich, Rom: Papst Leo III. krönt Karl den Großen zum Kaiser. Damit entsteht im Westen erstmals seit dem Untergang des Weströmischen Reiches wieder ein Kaisertum.

um 800 – Frankenreich: Mit der Kaiserkrönung Karls des Großen beginnt die erste umfassende Erfassung menschlicher und nichtmenschlicher Untertanen. Andersvölker erhalten in einigen Gebieten Schutz, werden in anderen jedoch zur Taufe oder zur Aufgabe ihrer alten Bräuche gezwungen.

845 – Westfrankenreich, Paris: Eine große Wikingerflotte fährt die Seine hinauf und belagert Paris. Nachdem die Angreifer Teile der Stadt geplündert haben, erkauft König Karl der Kahle ihren Abzug mit einer großen Menge Silber.

um 950 – Mitteleuropa: In mehreren Handelsstädten entstehen erstmals feste Viertel, in denen Menschen und Andersvölker gemeinsam leben und arbeiten. Zwerge betreiben Schmieden und Bergwerke, Elfen handeln mit Heilmitteln und seltenen Waren, während Tiermenschen häufig als Jäger, Wächter und Boten tätig sind.

962 – Ostfrankenreich, Rom: Papst Johannes XII. krönt Otto I. zum Kaiser. Das von ihm beherrschte Reich entwickelt sich zur bestimmenden Macht in Mitteleuropa.

um 1000 – Europa: Prediger, Gelehrte und einfache Menschen erwarten den Anbruch einer neuen Zeit. Kometen, Seuchen und Berichte über ungewöhnliche Kreaturen werden vielerorts als Zeichen des bevorstehenden Weltendes gedeutet. Andersvölker sind in vielen Teilen Europas keine unbekannten Erscheinungen mehr. Dennoch gelten sie vielerorts weiterhin als Außenseiter, Heiden oder Wesen aus alten Sagen. Ihre Rechte hängen vom jeweiligen Herrscher, der örtlichen Kirche und dem Nutzen ab, den man ihnen zugesteht.

HOCHMITTELALTER

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends wachsen Bevölkerung, Handel und Städte. Burgen, Klöster und Kathedralen entstehen, während Könige, Kaiser und die Kirche um Macht und Einfluss ringen. Ritter ziehen in ferne Länder, Händler bereisen alte Straßen und Gelehrte suchen in vergessenen Schriften nach verlorenem Wissen. Doch unter den Fundamenten der neuen Städte liegen die Ruinen älterer Reiche. In abgelegenen Wäldern, Bergwerken und Mooren leben Andersvölker und Kreaturen, die sich der Herrschaft der Menschen entziehen. Kreuzzüge, Hungersnöte, Glaubenskriege und Seuchen öffnen immer neue Wege für die Schrecken dieser Welt.

 

um 1000 – Europa: Prediger und einfache Menschen erwarten den Anbruch einer neuen Zeit. Als das befürchtete Weltende ausbleibt, verbreiten sich dennoch Berichte über geöffnete Gräber, blutrote Monde und Prozessionen Verstorbener, die nachts durch verlassene Dörfer ziehen. Geistliche erklären die Erscheinungen zu Prüfungen Gottes, während Magier vermuten, dass die Grenzen zum Totenreich geschwächt wurden.

um 1005 – Skandinavien: Mit der fortschreitenden Christianisierung werden alte Heiligtümer Odins, Thors und Freyrs zerstört oder in Kirchen umgewandelt. Einige der alten Götter verlieren durch den schwindenden Glauben an Macht, während andere sich in verborgene Reiche zurückziehen. Draugar und andere Wesen aus den Grabhügeln greifen jene an, die heilige Stätten plündern.

um 1010 – Karpaten: In einem abgelegenen Gebirgstal entsteht die Scholomance, eine geheime Schule für Magie, Alchemie, Wetterzauber und die Beherrschung der Toten. Der Überlieferung zufolge werden stets zehn Schüler aufgenommen. Neun dürfen die Schule verlassen; der zehnte verbleibt als Bezahlung beim dunklen Meister der Akademie.

1014 – Byzantinisches Reich, Kleidon: Kaiser Basileios II. besiegt das bulgarische Heer. Tausende Gefangene werden geblendet und in ihre Heimat zurückgeschickt. In den folgenden Nächten erscheinen körperlose Schatten auf dem Schlachtfeld und folgen den heimkehrenden Blinden. Viele der Männer verschwinden, bevor sie ihre Dörfer erreichen.

um 1020 – Mitteleuropa: Mehrere Fürsten werben zwergische Schmiede zum Bau von Burgtoren, Rüstungen und Belagerungsmaschinen an. Als Gegenleistung erhalten die Zwerge Bergrechte und Schutzbriefe. Unter menschlichen Handwerkern wachsen jedoch Neid und Misstrauen gegenüber den fremden Meistern.

um 1030 – Nordsee: Seeleute berichten von einem gewaltigen Kraken, der Handelsschiffe in die Tiefe zieht. An mehreren Küsten werden hölzerne Kultbilder gefunden, die offenbar von Schiffsbesatzungen als Opfergaben gefertigt wurden, um das Wesen zu besänftigen.

1054 – Rom und Konstantinopel: Der Streit zwischen der westlichen und der östlichen Kirche führt zur endgültigen Spaltung.

1066 – England, Stamford Bridge: König Harald Godwinson besiegt das norwegische Heer Harald Hardrådas. Unter den nordischen Kriegern befinden sich Berserker. Manche kämpfen selbst nach tödlichen Verwundungen weiter.

1066 – England, Hastings: Wilhelm von der Normandie besiegt König Harald und erobert England. Während der Schlacht erscheinen über dem Feld schwarze geflügelte Wesen, die sich von Angst, Schmerz und dem Blut der Gefallenen nähren.

um 1070 – England: Wilhelm lässt Dörfer, Ländereien, Vieh und Einwohner seines neuen Reiches erfassen. Auch Siedlungen der Andersvölker sollen in die königlichen Verzeichnisse aufgenommen werden. 

1077 – Heiliges Römisches Reich, Canossa: König Heinrich IV. wartet im Schnee vor der Burg Canossa auf die Aufhebung seines Kirchenbanns. In den umliegenden Bergen verschwinden mehrere seiner Begleiter. Ihre erfrorenen Körper werden später aufrecht stehend gefunden, während unbekannte Zeichen in ihre Haut geritzt sind.

um 1080 – Böhmen und Mitteleuropa: In abgelegenen Waldgebieten häufen sich Angriffe durch Menschen, die sich bei Vollmond in reißende Wölfe verwandeln. Geistliche, Alchemisten und Monsterjäger entwickeln erste systematische Methoden zur Erkennung und Bekämpfung von Lykanthropen.

1095 – Frankreich, Clermont: Papst Urban II. ruft zum Kreuzzug auf. Neben Rittern, Bauern und Geistlichen schließen sich auch Monsterjäger, Alchemisten und Angehörige der Andersvölker den Heeren an. Manche suchen Vergebung, andere Reichtümer oder verschollenes Wissen aus den Ruinen des Ostens.

1096 – Heiliges Römisches Reich, Rheinland: Kreuzfahrer greifen auf ihrem Weg nach Osten Gemeinden und vermeintliche Andersvölker an. Die Gewalt erweckt ruhelose Tote und Rachegeister. Mehrere Städte werden nachts von Gestalten heimgesucht, die die Stimmen der Ermordeten tragen.

1097 – Kleinasien: Das Kreuzfahrerheer durchquert ausgedörrte Landschaften. In verlassenen unterirdischen Städten stößt es auf Kreaturen, die seit der Antike im Dunkeln überlebt haben. Mehrere Ritter verschwinden.

1098 – Antiochia: Während der langen Belagerung leiden die Kreuzfahrer unter Hunger und Seuchen. Nach der Einnahme der Stadt finden sie eine angeblich heilige Lanze. Das Artefakt stärkt den Mut der Krieger.

1099 – Jerusalem: Die Kreuzfahrer erobern Jerusalem und richten ein Massaker unter der Bevölkerung an.

um 1100 – Mitteleuropa: Geistliche berichten von einem geisterhaften Heer, das während schwerer Stürme durch die Lüfte zieht. Angeführt wird die Wilde Jagd je nach Region von einem einäugigen Reiter, einer bleichen Frau, einem verfluchten König oder dem Teufel gar selbst. Wer den Zug betrachtet, soll fortgerissen werden und ihm bis zum folgenden Winter dienen.

1119 – Jerusalem: Eine kleine Gemeinschaft von Rittern gründet den Orden der Tempelritter. Sie schützen Pilger auf ihrer Reise.

um 1120 – Jerusalem: Die Tempelritter entdecken Fragmente einer untergegangenen Zivilisation. Darunter befinden sich Sternkarten, Siegel gegen dämonische Wesen und Hinweise auf Portale, die mit den großen Toren der Menedat verwandt sein könnten.

um 1130 – Harz: Reisende berichten von einem kopflosen Ritter, der auf einem schwarzen Pferd über verlassene Wege jagt. Er fragt jeden, dem er begegnet, wem das Land gehöre. Wer den Namen eines Königs, Bischofs oder Grundherrn nennt, wird getötet. Nur wer antwortet, das Land gehöre den Toten, darf weiterziehen.

um 1150 – Frankreich, Poitou: Der Adlige Raimondin begegnet an einer Quelle einer geheimnisvollen Frau namens Melusine. Sie verspricht ihm Reichtum, Land und mächtige Nachkommen, sofern er schwört, sie niemals an einem Samstag zu beobachten. Raimondin nimmt ihre Bedingung an und heiratet sie.

um 1150–1180 – Poitou: Mithilfe Melusines entstehen innerhalb kurzer Zeit Burgen, Städte und Befestigungen. Ihre Söhne tragen ungewöhnliche körperliche Merkmale und erlangen als Krieger und Herrscher Berühmtheit. Unter der Bevölkerung wächst der Verdacht, ihre Mutter gehöre einem alten Wasser- oder Drakoniergeschlecht an.

um 1155 – Alpenraum: Bergleute öffnen eine uralte, von Zwergen versiegelte Mine. In der Tiefe finden sie kein Erz, sondern ein schlafendes Wesen aus Stein und Metall. Nachdem es erwacht, verschwinden mehrere Dörfer unter gewaltigen Erdrutschen.

1165 – Europa: An mehreren Fürstenhöfen erscheint ein Brief des sagenhaften Priesterkönigs Johannes. Darin beschreibt er ein mächtiges Reich im Osten, in dem Menschen, Zwerge, Riesen und andere Andersvölker gemeinsam leben. Zahlreiche Herrscher schicken Gesandte aus, doch keiner findet das beschriebene Reich.

1170 – England, Canterbury: Erzbischof Thomas Becket wird in der Kathedrale von Canterbury ermordet. Nach seinem Tod werden seinem Grab Wunderheilungen zugeschrieben. Gleichzeitig berichten Wächter von einer dunklen Gestalt, die nachts das Blut vom Steinboden leckt.

um 1175 – Frankreich: In den Wäldern der Auvergne und benachbarter Regionen häufen sich Angriffe durch ungewöhnlich große, wolfsähnliche Kreaturen. Adelige veranstalten ausgedehnte Jagden.

um 1180 – Poitou, Burg Lusignan: Raimondin bricht sein Versprechen und beobachtet Melusine heimlich beim Baden. Dabei erkennt er, dass ihr Unterleib die Gestalt einer gewaltigen Schlange oder eines Drachen besitzt. Als er sie später öffentlich als unnatürliches Wesen beschimpft, verwandelt sie sich, umkreist klagend die Burg und verschwindet in der Nacht.

um 1180 – Frankreich: Der Dichter Chrétien de Troyes hört von einer verwüsteten Burg, einem verwundeten König und einem geheimnisvollen Gral. Er beginnt, die Geschichte des Ritters Perceval niederzuschreiben, vollendet sein Werk jedoch nicht. Einige behaupten, unbekannte Männer hätten versucht, sein Manuskript an sich zu bringen.

1187 – Heiliges Land: Sultan Saladin besiegt das Kreuzfahrerheer bei Hattin und erobert Jerusalem zurück. 

1189–1192 – Europa, Kleinasien und Heiliges Land: Der Dritte Kreuzzug beginnt. König Richard Löwenherz, König Philipp II. und Kaiser Friedrich Barbarossa führen gewaltige Heere in den Osten.

1190 – Kleinasien, Fluss Saleph: Kaiser Friedrich Barbarossa wird beim Durchqueren des Flusses von der Strömung erfasst und ertrinkt. Seine Gefolgsleute bergen den Leichnam und versuchen vergeblich, ihn für eine Rückführung in das Reich zu konservieren. Nach mehreren Tagen verschwindet der Körper unter ungeklärten Umständen. Einige Kreuzfahrer behaupten, kleine verhüllte Gestalten hätten ihn während der Nacht fortgetragen.

um 1190 – Heiliges Römisches Reich: Unter Rittern, Pilgern und fahrenden Sängern verbreitet sich das Gerücht, Barbarossa sei nicht wirklich gestorben. Angehörige eines alten Bergvolkes – vermutlich Zwerge – hätten ihn in eine verborgene Halle gebracht und dort in einen zeitlosen Schlaf versetzt. Eines Tages werde er erwachen, wenn das Reich vor seinem endgültigen Untergang stehe.

um 1190 – Thüringen: In einer Halle unter einem Gebirge wird ein schlafender Herrscher an einen steinernen Tisch gesetzt. Zwerge wachen über ihn, während Raben als Boten die Welt außerhalb des Berges beobachten. In den ältesten Erzählungen wird weder der Name des Herrschers noch der Ort seiner Ruhe eindeutig genannt.

um 1195 – England, Sherwood Forest: Ein geächteter Bogenschütze, der sich Robin Hood nennt, sammelt enteignete Bauern, entflohene Soldaten und Angehörige verfolgter Andersvölker um sich. Aus verborgenen Lagern heraus überfallen sie königliche Beamte, Wegelagerer und Sklavenhändler. Ein Teil der Beute wird unter den Bewohnern der umliegenden Dörfer verteilt.

um 1200 – Thüringen: Wolfram von Eschenbach erhält von einem rätselhaften Gewährsmann namens Kyot Berichte über den Gral. In seiner Überlieferung ist der Gral kein Kelch, sondern ein überirdischer Stein, der Nahrung und Lebenskraft spendet. Einige Gelehrte vermuten darin ein Fragment des blauen Mondes.

um 1200 – Europa: In Bologna, Paris, Oxford und anderen Städten wachsen die Gemeinschaften der Gelehrten. Neben Theologie, Recht und Medizin werden heimlich Alchemie, Astrologie und alte Beschwörungslehren studiert. Manche Gelehrte versuchen erstmals, übernatürliche Kreaturen nach festen Merkmalen zu ordnen.

1204 – Byzantinisches Reich, Konstantinopel: Kreuzfahrer erobern und plündern Konstantinopel. Reliquien, Bücher und magische Artefakte werden über ganz Europa verstreut. Bei der Öffnung eines versiegelten Palastgewölbes entkommen mehrere Kreaturen, die dort seit der Antike gefangen gehalten worden waren.

1209 – Südfrankreich: Der Kreuzzug gegen die Katharer beginnt. Unter den Verfolgten befinden sich Heiler, Magier und Bewahrer alter Schriften. Einige fliehen in die Höhlenburgen der Pyrenäen und nehmen Artefakte mit, die angeblich noch aus Atlantis stammen.

1212 – Europa: Tausende Kinder und Jugendliche ziehen in der Hoffnung auf göttliche Hilfe in Richtung Mittelmeer. Viele sterben, verschwinden oder werden versklavt. Spätere Berichte erzählen von einem fremden Spielmann, der einzelne Gruppen mit seiner Musik von den Straßen fort und in einen leuchtenden Nebel geführt habe.

1215 – England, Runnymede: König Johann wird zur Anerkennung der Magna Carta gezwungen. In einem geheimen Zusatz sichern sich mehrere Gemeinschaften von Zwergen und Elfen Schutz vor willkürlicher Enteignung. Dieser Abschnitt wird später aus den offiziellen Abschriften entfernt.

1215 – Rom: Das Vierte Laterankonzil verschärft die kirchlichen Regeln gegen Häresie. In den folgenden Jahrzehnten geraten auch Magier, Andersvölker, Heiler und Monsterjäger unter Verdacht. Einzelne kirchliche Ermittler beginnen zugleich, echte dämonische Bedrohungen systematisch zu untersuchen.

um 1220 – Heiliges Römisches Reich und Sizilien: Kaiser Friedrich II. sammelt an seinem Hof Gelehrte verschiedener Religionen und Völker. Menschen, Zwerge und andere Wesen arbeiten gemeinsam an medizinischen, astronomischen und alchemistischen Experimenten. Seine Gegner behaupten, der Kaiser unterhalte Kontakte zu Dämonen.

1228–1229 – Heiliges Land: Friedrich II. gewinnt Jerusalem durch Verhandlungen zurück, ohne eine große Schlacht zu führen. Gerüchte besagen, dass er dem Sultan im Gegenzug ein magisches Artefakt übergeben habe, das einst unter dem Tempelberg gefunden wurde.

um 1230 – Preußen und Baltikum: Der Deutsche Orden beginnt seine Eroberungen im Osten. Neben heidnischen Stämmen bekämpfen die Ritter Waldgeister, Werwölfe und alte Totems. Einige dieser Wesen schließen sich den Einheimischen an; andere dienen den Ordensrittern.

1237–1241 – Osteuropa: Die mongolischen Heere überrennen große Teile Russlands, Polens und Ungarns. In ihren Reihen befinden sich Schamanen, Tiermenschen und Wesen aus den Steppen. Ihre Gegner berichten von Reitern, die trotz tödlicher Verletzungen weiterkämpfen, und von Geistern, die den Heeren vorausziehen.

1241 – Schlesien, Liegnitz: Ein europäisches Ritterheer stellt sich den Mongolen entgegen und wird vernichtet. Während der Schlacht steigt ein giftiger Nebel auf, in dem Krieger Halluzinationen erleiden und ihre eigenen Verbündeten angreifen.

1244 – Südfrankreich, Montségur: Nach langer Belagerung fällt die letzte bedeutende Festung der Katharer. Kurz vor der Übergabe entkommen mehrere Eingeweihte über einen geheimen Bergpfad. Sie tragen einen unbekannten Gegenstand fort, der später mit dem Heiligen Gral in Verbindung gebracht wird.

um 1250 – Thüringen: Der Ritter und Minnesänger Tannhäuser verschwindet während einer Reise durch die bewaldeten Höhen nahe Eisenach. Seine Begleiter finden nur sein Pferd und seine zurückgelassene Ausrüstung. Monate später kehrt er unverändert zurück, obwohl er behauptet, viele Jahre am unterirdischen Hof einer mächtigen Königin verbracht zu haben.

um 1250 – Europa und Vorderasien: Ritterorden, Gelehrte und Herrscher sammeln zunehmend Berichte über Monster und übernatürliche Erscheinungen. Erste umfangreiche Bestiarien entstehen, in denen gewöhnliche Tiere, Andersvölker und dämonische Kreaturen miteinander vermischt werden.

1258 – Kalifat der Abbasiden, Bagdad: Die Mongolen erobern die Stadt und zerstören große Teile ihrer Bibliotheken. Gelehrte versuchen, wertvolle Handschriften zu retten. Einige werfen verbotene Bücher in den Tigris, doch deren Tinte löst sich nicht auf, sondern bildet schwarze Zeichen auf der Wasseroberfläche.

1260 – Galiläa, Ain Dschalut: Die Mamluken besiegen ein mongolisches Heer. Während der Schlacht werden mehrere beschworene Wesen vernichtet, die zuvor als unbesiegbar galten. Der Sieg verhindert, dass sich die dunklen Kulte der Steppe weiter nach Ägypten ausbreiten.

um 1260 – Mitteleuropa: Alchemisten und jüdische Mystiker experimentieren mit künstlich belebter Materie. Aus Lehm geformte Diener sollen ihre Schöpfer schützen und schwere Arbeiten verrichten. Die Wesen gehorchen jedoch jedem Befehl wörtlich und können nicht zwischen Recht, Unrecht und Verhältnismäßigkeit unterscheiden.

um 1270 – England, Nottinghamshire: Der Sheriff von Nottingham entsendet Soldaten und bezahlte Jäger in den Sherwood Forest. Mehrere Trupps verschwinden zwischen den Bäumen. Überlebende berichten, der Wald verändere seine Wege, Pfeile kämen aus dem Nebel und Tiere warnten die Geächteten vor jeder Gefahr.

um 1270 – Europa: Alchemisten versuchen, künstliches Leben zu erschaffen. In mehreren Laboratorien entstehen missgestaltete Homunculi. Einige werden als Diener gehalten, andere entkommen in Kanalisationen, Katakomben und verlassene Bergwerke.

1274 – Japan, Kyūshū: Ein mongolisches Invasionsheer landet auf der Insel. Neben fremdartigen Waffen bringen die Angreifer schamanistisch gebundene Kreaturen mit. Ein gewaltiger Sturm zerstört große Teile der Flotte. Japanische Priester erklären, die Götter hätten einen göttlichen Wind gesandt.

1281 – Japan, Kyūshū: Eine zweite, noch größere mongolische Invasionsflotte erreicht Japan. Erneut vernichtet ein gewaltiger Sturm einen Großteil der Schiffe. In den folgenden Jahren werden an der Küste Kadaver unbekannter Wesen angespült, die weder Mensch noch Tier gleichen.

1284 – Heiliges Römisches Reich, Hameln: Ein fremder Mann in vielfarbiger Kleidung erscheint in der Stadt und spielt auf einer silbernen Flöte. Hundertdreißig Kinder folgen ihm durch ein Stadttor bis zu einem nahe gelegenen Berg. Dort öffnen sich die Felsen, und die Kinder verschwinden spurlos. Wenige Zurückgebliebene berichten von einem leuchtenden Nebel und den Umrissen einer fremden Landschaft.

1291 – Heiliges Land, Akkon: Mit dem Fall Akkons verlieren die Kreuzfahrer ihren letzten bedeutenden Stützpunkt im Heiligen Land. Ritterorden bringen Archive, Reliquien und magische Artefakte nach Europa. Mehrere Schiffe verschwinden während der Überfahrt.

 


SPÄTMITTELALTER

Das Spätmittelalter ist eine Epoche des Hungers, der Seuchen und der Glaubenskriege. Alte Herrschaftsordnungen geraten ins Wanken, während Städte und Handelsbünde an Macht gewinnen. Ritterorden werden verfolgt, Gelehrte suchen nach verbotenem Wissen und Prediger verkünden das nahende Ende der Welt. Die Angst vor Hexerei, Untoten und dämonischer Besessenheit wächst. Menschen und Andersvölker leben weiterhin nebeneinander, doch Misstrauen, religiöse Verfolgung und politische Machtkämpfe verschärfen vielerorts die Spannungen zwischen ihnen.

 

1307 – Königreich Frankreich: Auf Befehl König Philipps IV. werden zahlreiche Tempelritter gleichzeitig verhaftet. Man beschuldigt sie der Ketzerei, Götzenverehrung und geheimer Rituale. In mehreren Ordenshäusern werden versiegelte Truhen, fremdartige Sternkarten und Berichte über die Gewölbe unter dem Tempelberg entdeckt. Die bedeutendsten Artefakte des Ordens bleiben jedoch verschwunden.

1314 – Paris: Jacques de Molay, der letzte Großmeister des Templerordens, wird auf einer Insel in der Seine verbrannt. Sterbend ruft er Papst Clemens V. und König Philipp IV. innerhalb eines Jahres vor das göttliche Gericht. Beide sterben noch im selben Jahr. In der Nacht nach der Hinrichtung sehen Wächter schwarze Ritter durch den Rauch des Scheiterhaufens reiten.

1315–1317 – Nord- und Mitteleuropa: Dauerregen, Kälte und Missernten lösen eine schwere Hungersnot aus. Verzweifelte Menschen essen Saatgut, Tiere und vereinzelt die Leichen Verstorbener. In mehreren Regionen erscheinen hagere, bleiche Gestalten, die Dörfer heimsuchen.

um 1320 – Alpenraum: Bewohner abgelegener Täler berichten von einer großen Prozession Verstorbener, die nachts über die Bergpässe zieht. Die Toten tragen ihre früheren Werkzeuge, Waffen und Standeszeichen. Wer unter ihnen einen verstorbenen Angehörigen erkennt und dessen Namen ruft, soll sich am folgenden Morgen selbst in den Zug einreihen.

1324 – Irland, Kilkenny: Die wohlhabende Alice Kyteler wird beschuldigt, ihre Ehemänner mithilfe von Zauberei getötet und einen finsteren Geist namens Robin Artisson verehrt zu haben. Alice entkommt der Verfolgung. Ihre Dienerin Petronilla de Meath wird verhört, gefoltert und als Hexe verbrannt. 

1431 – Transsilvanien: Vlad, der zweite Sohn des walachischen Fürsten Vlad II. Dracul, wird geboren. Sein Vater gehört dem Drachenorden an, der das Christentum gegen die Osmanen verteidigen soll. Als Sohn des Dracul trägt Vlad später den Beinamen Drăculea.

1337 – Frankreich und England: Der Hundertjährige Krieg beginnt. Neben Rittern und Söldnern ziehen Monsterjäger, Alchemisten und Angehörige der Andersvölker in den Krieg. Schlachtfelder werden bald von ruhelosen Gefallenen, Leichenfressern und unheimlichen Wesen heimgesucht.

um 1437 – Mitteleuropa: Johannes Nider erwähnt ein sagenhaftes Reich im Venusberg. Die Erzählungen handeln von Menschen, die in ein unterirdisches Feenreich gelangen, dort der Herrin des Berges dienen und nach ihrer Rückkehr feststellen, dass in der Außenwelt viele Jahre vergangen sind.

1442 – Osmanisches Reich: Vlad und sein jüngerer Bruder Radu werden dem osmanischen Sultan als Geiseln übergeben, um die Treue ihres Vaters zu sichern. Am Hof des Sultans erhalten sie Unterricht in Sprachen, Kriegskunst und Staatsführung. Während Radu sich mit den Osmanen arrangiert, entwickelt Vlad einen tiefen Hass gegen seine Bewacher.

1447 – Walachei: Vlad II. Dracul wird ermordet. Vlads älterer Bruder Mircea fällt ebenfalls den Feinden der Familie zum Opfer. Vlad schwört, die Verantwortlichen zu bestrafen und den Thron seines Vaters zurückzugewinnen.

1347 – Schwarzes Meer und Mittelmeerraum: Handelsschiffe bringen eine tödliche Seuche von der Krim nach Europa. Auf einigen Schiffen findet man die gesamte Besatzung tot vor, während aus den Frachträumen ein leises Kratzen und Flüstern dringt.

1448 – Walachei: Mit osmanischer Unterstützung übernimmt Vlad erstmals die Herrschaft über die Walachei. Bereits nach wenigen Wochen wird er von seinem Rivalen Vladislav II. vertrieben und muss fliehen.

1348–1353 – Europa: Der Schwarze Tod breitet sich über den Kontinent aus und tötet einen großen Teil der Bevölkerung. Massengräber können die Toten kaum aufnehmen. In vielen Städten erheben sich Verstorbene kurz nach ihrer Beisetzung erneut. Ärzte, Totengräber, Geistliche und Monsterjäger schließen sich zusammen, um die Kranken zu versorgen und die Wiedergänger zu vernichten.

1349 – Mitteleuropa: Aus Angst und Verzweiflung werden die Andersvölker beschuldigt, Brunnen vergiftet und die Pest verursacht zu haben. Die Verfolgungen fordern zahlreiche Opfer.

1456 – Walachei: Vlad besiegt Vladislav II. und besteigt erneut den Thron. Um seine Herrschaft zu sichern, lässt er widerspenstige Bojaren, Verräter und politische Gegner hinrichten. Besonders häufig verwendet er die Pfählung, die ihm später den Namen Vlad Țepeș, Vlad der Pfähler, einbringt.

1356 – Heiliges Römisches Reich, Basel: Ein schweres Erdbeben zerstört große Teile der Stadt und löst zahlreiche Brände aus. Unter eingestürzten Gebäuden öffnen sich ältere Gewölbe, die nicht von Menschen errichtet wurden. Mehrere Bergungsmannschaften verschwinden. Die Zugänge werden später mit kirchlichen Schutzzeichen versiegelt.

um 1457 – Walachei, Târgoviște: Vlad lädt zahlreiche Bojaren zu einem Fest. Er beschuldigt sie, am Tod seines Vaters und seines Bruders beteiligt gewesen zu sein. Ein Teil der Gäste wird gepfählt, andere werden gezwungen, beim Ausbau seiner Festungen zu arbeiten. Ihre Familien verlieren Land und Titel.

um 1458 – Karpaten: Vlad sucht nach Mitteln, seine Feinde nicht nur zu besiegen, sondern auch den Tod selbst zu überwinden. In den Bergen besucht er die Scholomance, eine verborgene Schule für Alchemie, Magie und Nekromantie. Von jeweils zehn Schülern, so heißt es, fordert der dortige Meister einen als Preis. Vlad verlässt die Schule mit Kenntnissen, über die er niemals spricht.

1459 – Walachei: Vlad verweigert dem osmanischen Sultan die weitere Tributzahlung. Osmanische Gesandte, die ihre Kopfbedeckungen vor ihm nicht abnehmen, lässt er der Überlieferung nach mit Nägeln an ihren Köpfen befestigen. Gleichzeitig geht er gewaltsam gegen sächsische Kaufleute und Städte vor, die seine Gegner unterstützen.

1461–1462 – Donaugebiet: Vlad überschreitet die Donau und greift osmanische Stellungen, Dörfer und Festungen an. Gefangene Soldaten und Zivilisten werden getötet oder gepfählt. Vlad meldet dem ungarischen König Matthias Corvinus selbst eine hohe Zahl getöteter Gegner.

1462 – Walachei, Târgoviște: Sultan Mehmed II. fällt mit einem großen Heer in die Walachei ein. Vlad lässt Dörfer räumen, Brunnen vergiften und Vorräte verbrennen. Kranke werden in die Nähe des osmanischen Heeres geschickt, um Seuchen zu verbreiten.

1362 – Nordseeküste: Eine gewaltige Sturmflut verschlingt Dörfer, Kirchen und weite Landstriche. Auch die reiche Stadt Rungholt versinkt im Meer. Fischer behaupten, bei ruhigem Wetter noch immer ihre Glocken aus der Tiefe zu hören. Wer dem Klang folgt, kehrt nicht zurück.

Juni 1462 – Walachei, bei Târgoviște: Vlad dringt nachts mit seinen Reitern in das osmanische Lager ein und versucht, Sultan Mehmed II. zu töten. Er erreicht jedoch das falsche Zelt. Nach schweren Kämpfen entkommt Vlad mit einem Teil seiner Männer.

1462 – Walachei, Târgoviște: Vor der Hauptstadt stößt das osmanische Heer auf Tausende gepfählte Leichen. Der Anblick des sogenannten Pfahlwaldes erschüttert selbst erfahrene Soldaten. Mehmed II. zieht sich schließlich zurück, setzt jedoch Vlads Bruder Radu als Gegenherrscher ein.

1462 – Transsilvanien: Zahlreiche Bojaren und Soldaten laufen zu Radu über. Vlad flieht über die Karpaten und bittet König Matthias Corvinus um Unterstützung. Stattdessen wird er festgenommen. Gefälschte Briefe, in denen Vlad angeblich dem Sultan seine Unterwerfung anbietet, dienen als Begründung für seine Gefangenschaft.

1462–1475 – Königreich Ungarn: Vlad verbringt viele Jahre in Gefangenschaft. Während dieser Zeit verbreiten sich gedruckte Berichte über seine Grausamkeit in ganz Europa. Sie schildern ihn als Tyrannen, der zwischen gepfählten Leichen speist und das Blut seiner Opfer trinkt. Obgleich viele Geschichten übertrieben sind, wächst sein Ruf als menschliches Ungeheuer.

um 1470 – Königreich Ungarn: Vlad setzt während seiner Gefangenschaft die Studien fort, die er in der Scholomance begonnen hatte. Er beschäftigt sich mit Alchemie, Blutritualen und der Bindung des Geistes an den eigenen Leichnam. Er wird dabei zunehmend von der kosmischen Macht Szalish korrumpiert. Mehrere Gefangene verschwinden aus den Zellen in seiner Nähe.

1374 – Aachen und westliches Europa: Menschen beginnen ohne erkennbaren Anlass auf Straßen und Plätzen zu tanzen. Die Raserei breitet sich entlang der Handelswege aus. Manche tanzen tagelang, bis sie zusammenbrechen oder sterben. Zeugen berichten von unsichtbaren Musikanten, deren Melodie nur die Befallenen hören können.

1381 – England: Bauern und Handwerker erheben sich gegen Steuern, Leibeigenschaft und die Herrschaft des Adels. Unter den Aufständischen befinden sich auch Angehörige verfolgter Andersvölker. Nach der Niederschlagung des Aufstands entstehen Geschichten über einen grünen Ritter, der Flüchtlinge in die Wälder geführt und dort vor königlichen Soldaten verborgen habe.

1401 – Hamburg: Der Seeräuber Klaus Störtebeker und zahlreiche seiner Gefährten werden hingerichtet. Der Sage nach geht Störtebekers enthaupteter Körper noch an mehreren verurteilten Männern vorbei, um sie vor dem Tod zu retten. Der Henker bringt ihn schließlich zu Fall.

1415 – Königreich Böhmen: Der Reformator Jan Hus wird trotz zugesicherten freien Geleits auf dem Konzil von Konstanz als Ketzer verbrannt. Seine Asche wird in den Rhein gestreut.

1419 – Prag: Während eines Aufstands werden mehrere Ratsherren aus den Fenstern des Neustädter Rathauses geworfen. Mit diesem Ereignis beginnen die Hussitenkriege.

1428 – Frankreich, Vaucouleurs: Ein Bauernmädchen namens Jeanne d’Arc erklärt, die Stimmen heiliger Wesen hätten ihr befohlen, Frankreich zu retten und den rechtmäßigen König zur Krönung zu führen.

1429 – Frankreich, Orléans: Jeanne d’Arc erreicht das belagerte Orléans und führt die französischen Truppen zu mehreren Siegen.

1430 – Frankreich, Compiègne: Jeanne wird von burgundischen Truppen gefangen genommen und an die Engländer ausgeliefert. 

1431 – Rouen: Jeanne d’Arc wird wegen Ketzerei und angeblicher Hexerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

um 1435 – Frankreich und Bretagne: Auf den Besitzungen des Heerführers Gilles de Rais verschwinden zahlreiche Kinder. Diener berichten von alchemistischen Experimenten, dämonischen Beschwörungen und nächtlichen Ritualen.

1440 – Nantes: Gilles de Rais wird wegen Mordes, Ketzerei und der Anrufung von Dämonen angeklagt. Nach seinem Geständnis wird er gehängt und sein Leichnam verbrannt.

1453 – Konstantinopel: Das Osmanische Reich erobert Konstantinopel. Reliquien, Handschriften und magische Gegenstände werden aus Kirchen und Palästen fortgebracht. Gelehrte fliehen nach Westen und tragen verbotenes Wissen aus der Antike mit sich.

1453 – Konstantinopel, Hagia Sophia: Während der letzten Messe öffnet sich angeblich eine Wand und nimmt mehrere Priester in sich auf. Hinter dem Mauerwerk sollen noch lange gedämpfte Gesänge zu hören sein.

1475 – Königreich Ungarn: Vlad wird freigelassen und tritt erneut in den Kampf gegen die Osmanen ein. Für seine Rückkehr zur Macht nimmt er den katholischen Glauben an und heiratet in den ungarischen Adel ein.

November 1476 – Walachei: Mit ungarischer und moldauischer Hilfe erobert Vlad den walachischen Thron ein drittes Mal. Seine Herrschaft bleibt jedoch unsicher. Viele Bojaren unterstützen weiterhin seine Gegner.

Dezember 1476 – Walachei: Vlad fällt im Kampf gegen ein osmanisch unterstütztes Heer. Sein Kopf wird abgetrennt, in Honig konserviert und dem Sultan als Beweis seines Todes übersandt. Der Verbleib seines Körpers bleibt ungeklärt.

um 1476 – Karpaten: Vlads Leichnam wird heimlich in heimatlicher Erde bestattet. Während eines rituellen Szalish-Konglomerats, das mit dem Nosfertau-Ritual verbunden wird, binden seine Diener den Geist ihres Meisters erneut an den verstümmelten Körper und verwandeln ihn in einen Vampyr. In der ersten Nacht nach dem Begräbnis findet man das Grab geöffnet und die Wächter blutleer. Vlads Schädel ist vollständig nachgewachsen. Von nun an verbreitet er als Untoter Angst und Schrecken.

1478 – Kastilien: Mit päpstlicher Zustimmung wird die Spanische Inquisition eingerichtet. Neben Häretikern und vermeintlichen Glaubensabweichlern geraten Magier, Andersvölker und Besitzer verbotener Schriften ins Visier.

um 1480 – Transsilvanien: Vlad zieht sich in eine abgelegene Burg in den Karpaten zurück. Er lässt Kisten mit Erde aus seiner Heimat in die Gewölbe bringen, da er nur auf geweihter oder mit seinen sterblichen Überresten verbundener Erde ruhen kann. In den umliegenden Dörfern verschwinden Menschen und Vieh.

1484 – Rom: Papst Innozenz VIII. bestätigt die Verfolgung vermeintlicher Hexerei in Teilen des Heiligen Römischen Reiches. Zahlreiche Heilerinnen, Magier und Angehörige der Andersvölker werden gejagt.

1486 – Speyer: Heinrich Kramer veröffentlicht den Hexenhammer. Das Werk vermischt tatsächliche dämonische Bedrohungen, menschliche Magie und bloßen Aberglauben und beeinflusst die folgenden Hexenverfolgungen.

um 1500 – Karpaten und Donauraum: Berichte über einen bleichen Woiwoden verbreiten sich, der nicht altert, Wölfe beherrscht und nur nachts reist. In kirchlichen Aufzeichnungen erscheint erstmals die Bezeichnung „Wampyr“ neben dem Namen Dracula. Andere Quellen nennen ihn einen Hexer, Alchemisten oder Schüler des Teufels.

RENAISSANCE

1692–1693 – Massachusetts Bay, Salem: Nachdem mehrere Mädchen in Salem Village unter rätselhaften Anfällen leiden, beschuldigen sie verschiedene Einwohner der Hexerei. Die Anschuldigungen breiten sich rasch auf umliegende Gemeinden aus. Mehr als 200 Menschen geraten unter Verdacht; viele werden auf Grundlage von Geständnissen, Gerüchten und angeblichen Erscheinungen verhaftet. Neunzehn Verurteilte werden gehängt, Giles Corey stirbt unter der Folter, und mehrere Gefangene kommen in Haft ums Leben. Als Zweifel an den Aussagen und den sogenannten spektralen Beweisen wachsen, werden die Verfahren eingestellt und die noch Inhaftierten bis Mai 1693 freigelassen.

1782 – Alte Eidgenossenschaft, Glarus: Anna Göldi wird beschuldigt, die Tochter ihres früheren Dienstherrn durch übernatürliche Mittel gequält und vergiftet zu haben. Unter Folter gesteht sie einen angeblichen Pakt mit dem Teufel, widerruft ihr Geständnis jedoch später. Obwohl die Behörden den Vorwurf der Hexerei offiziell vermeiden, wird sie zum Tod verurteilt und enthauptet. Ihre Hinrichtung gilt als einer der letzten europäischen Hexenprozesse und kennzeichnet das Ende der Schreckenszeit Anno Terroris.

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